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Ausland

Gelbfieber-Ausbruch in Brasilien

Montag, 23. Januar 2017

Rio de Janeiro – Ein Gelbfieber-Ausbruch mit bereits Dutzenden Toten beunruhigt die Menschen in Brasilien. Rund ein Jahr nach der landesweiten Zika-Epidemie ist erneut be­­sonders der Bundesstaat Minas Gerais betroffen. Das dortige Gesundheits­minis­terium habe in den vergangenen Wochen 272 Gelbfieber-Verdachtsfälle registriert, bis zu 71 To­des­fäll­e seien auf die Virusinfektion zurückzuführen, berichtete das Portal Folha de S. Paulo. 25 der Betroffenen sind demnach definitiv an der von der Moskitoart Aedes ae­gyp­ti über­tragenen Infektion gestorben, wie Laboruntersuchungen ergaben. Über zwei Millio­nen zusätzlich bereitgestellte Impfdosen sollen eine weitere Ausbreitung verhindern hel­fen.

Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten auf beiden Seiten des Atlantiks auf. In Südamerika sind besonders Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru betroffen. Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Er­krankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten davon in Afrika. Schon seit Langem steht eine Impfung zur Verfügung, die für zahlreiche Länder empfohlen oder sogar bei der Einreise vorgeschrieben ist.

In den vergangenen Jahren hatte es kaum Gelbfieber-Fälle gegeben im fünftgrößten Land der Welt, das unter einer starken Ausbreitung von Aedes aegypti in den feucht­heißen Sommermonaten leidet. Im Vorjahr hatten sich nach Schätzungen bis zu 1,5 Mil­lio­nen Menschen in Brasilien mit dem ebenfalls von diesen Mücken übertragenen Zika­virus angesteckt, das bei schwangeren Frauen Mikrozephalie beim Embryo verursachen kann. In diesem Jahr sind die Infektionszahlen stark zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gegen eine erneute Zika-Anste­ckung gelten.

Gelbfieber-Infektionen sind in zwei Phasen gegliedert: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen treten zunächst allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf­schmerzen und Übelkeit auf. Bei der Mehrzahl der Patienten schließt daran die Gene­sung an. In einigen Fällen jedoch folgt nach kurzer Besserung eine zweite Fieberperiode mit Blutungen, Erbrechen und Organschäden. Zu den typischen Zeichen zählt auch die Gelbsucht. Weiter können Krämpfe sowie Verwirrtheit die Krankheit begleiten. Bei schwe­ren Formen von Gelbfieber sterben zehn bis 50 Prozent der Erkrankten. © dpa/aerzteblatt.de

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