Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Wissenschaft: Angst vor Karriereknick bei Familiengründung übertrieben

Montag, 23. Januar 2017

Hannover – Eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen, beeinflusst eine Karriere in der Wissenschaft offenbar weniger, als oftmals angenommen. Das gilt vor allem für be­reits promovierte Frauen. So berichtet es das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wis­senschaftsforschung (DZHW).

Es hat dazu Promovierende und Wissenschaftler beider Geschlechter und verschie­dener Fachrichtungen an 23 zufällig ausgewählten Hochschulen in Deutschland befragt. Im Rah­men einer repräsentativen Online-Umfrage wertete das DZHW über 4.000 Frage­bö­gen aus und führte zusätzlich mit einzelnen Nachwuchswissenschaftlern und ihren Part­nern persönliche Interviews zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft. Gefördert wurde die Studien durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

„Mit der Geburt des ersten Kindes entschieden sich Akademikerinnen früher häufig da­für, ihre Karriere an der Hochschule zu beenden und in einer anderen Branche eine neu­e Stelle zu suchen“, erläuterte Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäfts­­füh­re­rin des DZHW. Dies hat sich offenbar geändert. Bei den befragten promovierten Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern haben laut Studie bereits 40 Prozent Kinder, während bei Promovierenden 28 Prozent Eltern sind. Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und die Veränderung gesellschaftlicher Rahmen­bedingungen beispiels­wei­se bei der Kinderbetreuung ermutigten junge Wissenschaftler, an ambitionierten Karrierezielen in der Wissenschaft festzuhalten. 

Die befragten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben außerdem an, dass die Arbeitszeiten sowie eine verlässliche und langfristige Perspektive gewichtige Gründe für oder gegen eine akademische Karriere seien. Die vertiefend zur Online-Befragung durch­geführten Paarinterviews zeigten, dass die Nutzung von beruflichen Handlungs­spiel­räumen oftmals erst möglich wird, wenn sich der jeweilige Partner ebenfalls intensiv in die Erziehungsarbeit einbringt.

„Der stärkste und konsistenteste Effekt auf die Verbleibsabsicht geht vom Persön­lich­keits­merkmal Selbstwirksamkeitserwartungen aus“, schreiben die DZHW-Autoren. Ge­meint ist damit die individuelle Einschätzung darüber, dass man in der Lage ist, die wissenschaftlichen Anforderungen zu bewältigen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

08.03.17
Berlin – Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte nähert sich der 50-Prozent-Marke, im Jahr 1991 lag er noch bei rund einem Drittel. „Wie ihre männlichen Kollegen fordern......
07.03.17
„Eine stufenweise Quotenregelung ist wichtig, um schneller die Partizipation von Frauen in Gremien voranzutreiben“
Berlin – Susanne Johna hat eine außergewöhnliche berufspolitische Karriere vorzuweisen. Die Fachärztin für Innere Medizin, die als Oberärztin am St.-Josefs-Hospital Rheingau arbeitet, wurde auf dem......
18.10.16
Eigene Praxis für Ärztinnen zunehmend attraktiver
Düsseldorf – Immer mehr Frauen machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig. Das berichtet die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) in ihrer neuen Existenzgründungsanalyse Ärzte......
23.09.16
Heidelberg – Neun Jahre nach seinem Beginn hat die medizinische Fakultät Heidelberg ihr Olympia-Morata-Förderprogramm evaluiert. 32 akademische Karrieren von Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen hat das......
20.09.16
Mutterschutz: Korrekturen an Reformpaket angemahnt
Berlin – Die geplante Ausweitung des Mutterschutzes wird zum Zankapfel zwischen Arbeitnehmerverbänden und Arbeitgebern. Das machte eine öffentliche Anhörung des Familienausschusses über die......
05.08.16
Berlin – Unnötige Bürokratie und ein Beschäftigungsverbot für Schwangere: Dieser massiven Kritik sieht sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) wegen ihrer geplanten Reform des......
12.07.16
US-Ärztinnen erhalten weniger Gehalt als ihre Kollegen
Boston – Auch eine Beschäftigung an einer der Top-Universitäten garantiert Ärztinnen in den USA kein gleich hohes Gehalt wie ihren männlichen Kollegen. Eine Untersuchung in JAMA Internal Medicine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige