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Medizin

Kinder mit Asthma häufiger übergewichtig

Montag, 23. Januar 2017

dpa

Los Angeles – An Asthma erkrankte Kleinkinder neigen als Jugendliche häufig zur Fettleibigkeit. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie im American Journal of Respiratory and Critical Care (2017; doi: 10.1164/rccm.201608-1691OC) heraus. Eine Behandlung mit Bronchodilatatoren scheint das Risiko abzuschwächen.

Viele Teenager mit Asthma sind adipös. Ob dies eine zufällige Beobachtung ist oder ob ein direkter Zusammenhang besteht, war bislang unklar. Ein Team um Frank Gilliland von der Keck School of Medicine in Los Angeles hat hierzu jetzt die Daten der Southern California Children's Health Study ausgewertet. Die Studie wurde in den 1990er Jahren begonnen, um den Einfluss der Luftverschmutzung auf die Entwicklung der Kinder zu untersuchen.

Im Verlauf der Studie wurden die Kinder mehrmals medizinisch untersucht. Dabei wurden auch Körpergröße und Körpergewicht bestimmt. Die Eltern füllten Fragebögen zu ihren Lebensumständen und zu Erkrankungen der Kinder aus. Zu Beginn der Studie hatten 2.171 Kinder ein normales Körpergewicht. Im Verlauf der Nachbeobachtungszeit von median 6,9 Jahren wurden 342 Kinder adipös. Darunter waren häufiger Kinder, die zu Beginn der Studie unter Asthma litten.

Gilliland ermittelte eine Hazard Ratio von 1,51, die mit einen 95-Prozent-Konfidenz­intervall von 1,08 bis 2,10 statistisch signifikant war. Dabei konnten aufgrund der ausführlichen Befragung eine Reihe anderer Erklärungen wie der sozioökonomische Status, körperliche Aktivitäten der Kinder oder die Exposition gegenüber dem elterlichen Rauchen ausgeschlossen werden. Eine zweite Analyse an weiteren 2.684 Kindern der California Children's Health Study bestätigte die Ergebnisse. Die Hazard Ratio (1,56; 1,11-2,19) war nahezu identisch.

Die Verwendung von Bronchodilatatoren, nicht aber von anderen Asthmamedika­menten, schwächte die Assoziation ab. Die Studie kann eine Kausalität nicht belegen. Gilliland verweist jedoch darauf, dass Fettzellen Beta2-Rezeptoren haben, über die Beta-Agonisten den Energieverbrauch steigern könnten. Wie hier Bronchodilatatoren, die nur als „Rescue“-Medikation bei Asthmakrisen eingesetzt werden, eine nachhaltige Wirkung erzielen könnten, bleibt offen.

Die Studie kann nicht ausschließen, dass die konsequente Anwendung der Medikamente nur ein Marker für einen verantwortungsvollen Lebensstil der Kinder ist, der sich auch in der Ernährung widerspiegelt. Ein Manko der Studie ist, dass das Ernährungsverhalten der Kinder nicht erfragt wurde. © rme/aerzteblatt.de

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