Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Pankreaskarzinom: Capecitabin plus Gemcitabin verlängern Überleben

Donnerstag, 26. Januar 2017

Liverpool – Die zusätzliche Gabe von Capecitabin, dem Prodrug von 5-Fluoruracil, hat in einer großen randomisierten Studie die Überlebenszeiten von Patienten verlängert, die nach Resektion eines Pankreaskarzinoms eine adjuvante Chemotherapie mit Gem­cita­bin erhalten. Die jetzt im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(16)32409-6) publi­zierten Ergebnisse machen die Kombination von Capecitabin plus Gemcitabin nach Ansicht von Cancer Research UK zur Standardtherapie bei diesem äußerst schwierig zu behandelnden Tumor.

Für das Pankreaskarzinom, das oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnosti­ziert wird, gab es lange keine effektive Chemotherapie. Heute wird neben dem Mayo-Protokoll (5-Fluoruracil/Folinsäure) auch Gemcitabin als adjuvanten Chemotherapie eingesetzt. Die European Study Group for Pancreatic Cancer (ESPAC) hat in einer Studie beide Therapien kombiniert. 

An der Studie nahmen an 106 Kliniken in Großbritannien, Schweden, Frankreich und Deutschland insgesamt 732 Patienten teil, bei denen ein duktales Adenokarzinom des Pankreas makroskopisch komplett entfernt worden war (R0- oder R1-Resektion). Sie wurden auf eine adjuvante Chemotherapie mit Gemcitabin oder auf eine Kombination aus Gemcitabin plus Capecitabin randomisiert. Primärer Endpunkt war das Gesamt­überleben der Patienten.

Hier kam es, wie John Neoptolemos von der Universität Liverpool und Mitarbeiter bereits auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology im Juni letzten Jahres in Chicago mitgeteilt hatte, zu einer Verlängerung von 25,5 auf 28,0 Monate. Der Vorteil mag gering erscheinen. Er bedeutet jedoch, dass die Chancen der Patienten, nach fünf Jahren noch zu leben, von 16,3 auf 28,8 Prozent anstiegen. Neoptolemos betrachtet dies als einen wesentlichen Fortschritt, da die 5-Jahres-Überlebensrate ohne Chemo­therapie nur bei etwa acht Prozent liege.

Die längere Überlebenszeit wurde nicht durch eine erhöhte Toxizität erkauft. Einzig schwere Diarrhöen (14 versus fünf Patienten) und eine Fatigue (16 versus 14 Patienten) traten häufiger auf.

Die Studie, eine der bisher größten Therapiestudien zum Pankreaskarzinom, setzt nach Ansicht der britischen Stiftung Cancer Research UK einen neuen Standard in der Behandlung des Pankreaskarzinoms. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.09.17
Pankreaskarzinom: Bakterien im Tumor fördern Resistenz auf Gemcitabin
Rehovot/Israel – Viele Pankreaskarzinome enthalten Bakterien, die offenbar aus dem Duodenum in den Tumor gelangen und möglicherweise die Entwicklung einer Resistenz auf das Zytostatikum Gemcitabin......
13.09.17
Neues Verbundprojekt will Resistenzen bei Pankreaskarzinom erforschen
Essen – Die Deutsche Krebshilfe fördert ein neues Verbundprojekt zu Therapieresistenzen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Leiter ist Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) der Universitätsklinik......
20.08.17
Pankreaskarzinom: Harnstoffzyklus könnte Therapieansatz bieten
Boston – Ein Schlüsselenzym im Harnstoffzyklus, über den die Zellen des Pankreaskarzinoms den beim Proteinabbau anfallenden Stickstoff eliminieren, könnte ein dringend benötigter neuer Angriffspunkt......
02.08.17
Pankreaskarzinom: Schnelle Operation häufiger erfolgreich (und kostengünstiger)
Birmingham – Die Verkürzung der Wartezeit von der Diagnose eines Pankreaskarzinoms bis zur Operation hat an einer britischen Klinik den Anteil der Patienten erhöht, bei denen der Tumor erfolgreich......
17.07.17
Pankreaskarzinom: Biomarker für die Früherkennung entdeckt
Philadelphia – US-Forscher haben einen Biomarker für eine Vorstufe des Pankreaskarzinoms entdeckt, der in Kombination mit CA19-9 zur Früherkennung eingesetzt werden könnte. Erste klinische Studien in......
31.05.17
Bauchspeichel­drüsenkrebs: Neuer Forschungsverbund erforscht molekulare Mechanismen
Göttingen – Ein neuer Göttinger Forschungsverbund widmet sich der Erforschung der molekularen Vorgänge bei der Entstehung und dem Verlauf von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Neben der Universitätsmedizin......
13.04.17
Laparoskopisches Pankreasregister: 34 Zentren veröffentlichen Ergebnisse operativer Eingriffe
Aalen/Freiburg/Marburg/Lübeck – Bei den in Deutschland durchgeführten Eingriffen bei Pankreaserkrankungen kommt es zumeist zur laparoskopischen Pankreaslinksresektion. Diese wurde unter den......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige