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Ärzteschaft

KVen fordern mehr Reglementierung bei MVZ-Gründung

Donnerstag, 26. Januar 2017

Berlin – Vor einer Fehlentwicklung bei der Ausbreitung Medizinischer Versorgungs­zent­ren (MVZ) warnt die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK). Diese entstünden nur noch selten auf der Basis eines freiwilligen Zusammenschlusses niedergelassener Ärzte, „son­dern vielmehr durch den geplanten Aufkauf von Vertragsarztsitzen durch privatwirt­schaft­lich organisierte Klinikkonzerne“, kritisieren die Vorstände der Kassen­ärztlichen Vereini­gun­gen (KVen), die sich in der Allianz zusammengeschlosse haben. Dazu gehören die KVen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Westfalen-Lippe und Saarland.

Die FALK-KVen befürchten eine immer stärkere Zentralisierung der Versorgung. In immer mehr Regionen würde sowohl die ambulante als auch die stationäre medizinische Versor­gung aus­schließ­­­­­lich von Krankenhäusern angeboten, warnen sie.

Besonders kritisch sehen sie die Regelungen, nach denen die Konzerne die Vertrags­arzt­sitze übernehmen und in MVZ eingliedern können. „Dies ermöglicht es, Zulassungen ohne Ausschreibung in der Art eines Konzessionshandels zu Höchstpreisen weiterzu­ge­ben, ohne dass niederlassungswillige Ärzte eine Chance auf die Praxisnachfolge hätten und ohne dass die Kassenärztlichen Vereinigungen Versorgungsbedürfnisse definieren könnten“, hieß es aus der Allianz der Länder-KVen.

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Die Vorstände fordern vom Gesetzgeber daher, eine Obergrenze für die Arztsitze in ei­nem MVZ zu definieren und den Verkauf von Zulassungen zu reglementieren. Nur so könne „der eingeschlagene Weg in die Konzernmedizin wirksam korrigiert werden“, hieß es aus der Allianz.

MVZ wurden 2004 in die Versorgungslandschaft eingeführt. Seither ist ihre Zahl laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) stetig auf über 2.100 gestiegen. Im Jahr 2015 lag die Zahl der MVZ in Trägerschaft von Vertragsärzten und in Trägerschaft von Krankenhäusern erstmals gleichauf. In den Jahren zuvor waren Vertragsärzte noch die häufigsten Träger gewesen. © hil/aerzteblatt.de

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