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Ärzteschaft

Kassenärzte kritisieren Missbrauch von Notarztpraxen

Montag, 30. Januar 2017

Düsseldorf – Der neue Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Berg­mann, hat einen Missbrauch von Notarztpraxen kritisiert. Die Zahl der Patienten, die den ärztlichen Notdienst in der Region Nordrhein in Anspruch nähmen, steige stetig an, sagte er der Rheinischen Post. Dabei sei längst nicht jeder, der den Notdienst aufsuche, auch ein medizinischer Notfall, fügte er hinzu.

Bergmann bemängelte, solche Patienten blockierten Kapazitäten für die echten Notfälle. „Der ungehinderte Zugang zur medizinischen Versorgung fördert leider eine Art Flat-Rate-Mentalität bei ärztlichen Leistungen“, sagte er. Nach seinen Angaben gab es im Jahr 2010 rund 2,4 Millionen Behandlungen in Notarztpraxen; 2015 waren es über 2,6 Millionen.

Der KV-Chef sprach sich deshalb für eine Eigenbeteiligung der Patienten aus. Alle Pa­tien­ten sollten dabei eine Rechnung erhalten, die sie selbst bezahlen müssen. Die Kos­ten bekämen sie ganz oder teilweise von ihrer Versicherung erstattet. „Patienten sehen so, was ärztliche Leistungen wert sind.“ © kna/aerzteblatt.de

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Claas Hüttenrauch
am Dienstag, 31. Januar 2017, 12:43

Eigenbeteiligung OHNE Kompensation ?

Der Vorschlag einer Eigenbeteiligung OHNE Kompensation ist ungenügend! Herr Gassen bzw die VV der KBV stellen eine Forderung, die aufgrund Sozialisation des Gemeinwesen so kaum gesellschaftliche Akzeptanz finden wird!
Warum?
Weil Strukturreformen solcher Tragweite nur im Geben und nehmen auf Gegenseitigkeit Chancen auf Realisierung haben werden! Ich habe es in der Vorfeld-Diskussion immer wieder betont und darauf hingewiesen, dass für Patienten als Versicherte Vorteile bei einer Reform entstehen müssen. Herren Gassen et al aus der Politikabteilung der KBV wollen bis anhin nicht darauf hören wie auch viele BV nicht. Um klar zu machen, welchen Deal man fairerweise Beitragszahlern anbieten sollte, um zu einer gegenseitigen win-win-Situation zur Vermeidung übermässiger Inanspruchnahme und wellfare zu kommen:

1. Alle Krankenkassen sollten miteinander in einen Prämien-Wettbewerb treten. Es besteht Kontrahierungszwang und identische Grundversorgungsinhalte.
2. Es müssen unterschiedliche Tarife offeriert werden, mit deren Hilfe der Versicherte seinen Zugang zur Gesundheitsversorgung SELBST wählen kann: Am günstigsten der Telemed-Tarif (Triage via betreuenden Kassen-MA, günstig auch der Hausarzt-Tarif, unverändert der Normaltarif mit freier Arztwahl/Direktzugang auch zu Spezialisten, etwas teurer der Exclusiv-Tarif incl. amb. Zugang zu Spitalambulanzen.
Diese Vertragsvereinbarungen zum Versorgungszugang trifft der Versicherte mit der von ihm gewählten Kasse je nach Tarifwunsch und wettbewerblichen offerierte Beitragshöhe der Assekuranzen.
3. Neben der Grundversicherung können und sollen die Kassen Zusatzversicherungen anbieten dürfen (Halbprivat stationär, vollprivat stationär, Chefarztbehandlung, NHV, Physioth, Zähne?, Präventiv, Hilfsmittel, Originalia, Reisevers. o.ä.). Für diese freiwilligen Optionen gelten vers.-mathematische Prüfungen durch Vertrauensärzte der Kassen, also kein Kontrahierungszwang.
3. Beitragszahler dürfen 1x/ Jahr mithilfe von online-Plattformvergleichen den Versicherungsanbieter wechseln.
4. Je nach Tarif werden also die Beiträge für die Grundversorgung (im Vgl. zum bestehenden Normaltarif abgesenkt - oder allenfalls bei Mehrleistungen erhöht).
Im Gegenzug zur Beitragsabsenkung wird eine obligatorische Selbstbeteiligung von zB 10% im Telemed, Hausarzt- und Normaltarif eingeführt. Im Exclusiv-Tarif als eine Art Vollkasko wäre sie includiert nicht gesondert zu zahlen.
5. Die jährliche Gesamt-Höhe der Selbstbeteiligung beläuft sich auf die tarifliche Franchise-Höhe je nach Vertragsvereinbarung.

Fazit: Es wurde gegenüber Herrn Gassen und der KBV wiederholt vorgetragen, dass ihr KV-Vorschlag einseitig zulasten der Versicherungsnehmer geht und dadurch Gefahr läuft, auf zu wenig gesellschaftliche Resonanz zu stoßen.
Kein Politiker wird zulasten seiner Wähler derartiges im Wahljahr vertreten wollen, dazu ist die polit. Klasse in Berlin zu schwach, die Parteien zu opportun, die Wähler schon mehr als erträglich durch Steuern Bei geringem Lohn-Niveau in D belastet.
Man kann sich nun fragen, Cui bono?
Warum führen Ärztefunktionäre die Zwangsmitglieder in die gesundheitspolitische Sackgasse, ausmanövriert zu werden? Man müsste die Ressortpolitiker und Parteireferenten doch genügend kennen...
Mit freundlichen Grüßen
isnydoc
am Montag, 30. Januar 2017, 22:41

Rechnung nur im Notfall?

Warum fordert ein KV-Vorsitzender die Rechnung für ärztliche Leistungen nicht als Normalfall?
Die Preisfrage kann die KV vermutlich nicht beantworten ...
Narkoleptiker
am Montag, 30. Januar 2017, 22:21

Spätsprechstunden, Samstage?

Leider gibt es nur sehr wenige Ärzte, die Abends oder am Samstag geöffnet haben. Wäre das der Fall, würden vielleicht weniger Leute in die Notarztpraxen gehen.

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