NewsAuslandWie interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen gelingen kann
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Wie interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen gelingen kann

Montag, 30. Januar 2017

Bern – Bedingungen für eine gute Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe bei der Patientenversorgung und Handlungsempfehlungen für interprofessionelle Zusam­men­arbeit (IPZ) hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften zu­sammengestellt. Sie hatte dazu bei dem Unternehmen „College M“ in Bern eine Studie in Auftrag gegeben. Im Zentrum stand die Frage, was Praktiker im Gesundheits­wesen als gelingende und misslingende IPZ beschreiben.

Die Studienautoren betonen, dass als gelungen geschilderte Beispiele von IPZ zumeist Verdichtungen von Arbeitsabläufen und Handlungen darstellen. Diese entstünden vor allem um Krisen von Patienten. Allerdings unterschieden sich die Arten von Krisen und die durch sie provozierten Verdichtungsformen der IPZ stark.

„Wenn wir die Vielfalt der Zusammenarbeits- und Verdichtungsformen ernst nehmen, kann es keine einzelne all­ge­meingültige Handlungsempfehlung geben, die in den unterschiedlichen Bereichen und klinischen Settings gleichermassen zu intensivierter IPZ führen würde“, so die Autoren. Sie schlagen daher unterschiedliche Handlungs­optionen auf verschiedenen Ebenen vor.

Anzeige

Auf der Ebene des Gesundheitssystems können laut Studie Förderprogramme zur IPZ helfen, gelingende Zusammenarbeit sichtbar und als Ressource nutzbar zu ma­chen. Auch Initiativen von Berufsverbänden oder anderer Fachakteure seien sehr zu begrü­ßen, weil sie den Diskurs zu IPZ förderten. Auf diese Ebene des Gesamtgesund­heitssys­tems gehören laut Studie auch Best-Practice-Beispiele, die einzelne Orga­nisationen zur Verfügung stellen könnten.

Auf der Ebene von Leistungserbringer-Organisationen, zum Beispiel Krankenhäusern, fordern die Autoren der Studie feste Settings für die Zusammenarbeit der Berufs­grup­pen. Anderenfalls sei die IPZ „typischerweise von temporärer oder projekthafter Natur“. Besonders aufgrund der Zeitknappheit in der Patientenversorgung seien feste Anlässe und Instrumente zur Zusammenarbeit nötig. Ein Beispiel dafür sind laut den Autoren re­gelmäßige interprofessionelle Fortbildungsveranstaltungen.

Für die ambulante Versorgung fordern die Autoren neue sogenannte Kommunikations­ge­fäße, um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen zu eta­blie­ren.

Für die individuelle Ebene fordern die Studienautoren, die IPZ stärker in die Ausbildung zu integrieren. Dazu seien zum Beispiel interprofessionelle Ausbildungsmodule für Medi­zin- und Pflegestudierende sinnvoll. Auch Simulationstrainings könnten in diesem Zu­sam­menhang dazu beitragen, die Zusammenarbeit einzuüben und für den künftigen Berufs­all­tag zu etablieren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
NEWSLETTER