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Fachgesellschaft fordert klare Regeln für Diabetesschulungen

Dienstag, 31. Januar 2017

/dpa

Berlin – Lehrer und Erzieher, die in ihren Klassen oder Gruppen Kinder mit einem Diabe­tes Typ 1 betreuen, benötigen dafür Grundwissen zu der Erkrankung und zur möglichen Krisenintervention. Doch ob und wie diese rund zweistündige Schulung stattfindet, hängt offenbar im Augenblick weitgehend vom Zufall ab. Das kritisiert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Die Schulungen für Erzieher und Lehrer kann diabetologisches Fachpersonal erteilen, beispielsweise Diabetesberater oder Ärzte. Die Fachgesellschaft fordert dafür nun klare Regeln. „Steht die Aufnahme von Kindern mit Diabetes Typ 1 in Kita und Schule an, zei­gen Betreuer und Lehrer verständlicherweise häufig Unsicherheiten oder auch Ängste vor möglichen Gesundheitsschäden“, erklärte Baptist Gallwitz, Präsident der DDG.

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„Diese Bedenken lassen sich aber oft mit einer zweistündigen Schulung ausräumen, die den Betreuern die Grundlagen zur Blutzuckermessung, Insulinanpassung und frühzei­ti­ges Erkennen von Unterzuckerungen vermittelt“, erläuterte Jens Kröger, Vorstands­vor­sitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Aber bislang gebe es keine bun­des­weit einheitliche Regelung zur Durchführung und Finanzierung dieser Schulung, wie eine Erhebung der AG Inklusion der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG gezeigt habe.

Die Experten befragten 66 Kliniken und Schwerpunktpraxen in ganz Deutschland, unter welchen Umständen sie Erstschulungen erbringen. Ergebnis: In knapp 80 Prozent der Fälle im Bereich Kita und 70 Prozent der Fälle im Bereich Schule ermöglichten Spenden, Ehrenamt oder eine Querfinanzierung von Geldern innerhalb der Diabeteseinrichtung die Schulungen.

„Das bedeutet, dass die Schulungen von privatem Engagement und von Zugeständ­nis­s­en der kaufmännischen Entscheidungsträger abhängig sind“, sagte Thomas Michael Ka­pellen von der AG Inklusion. Letztlich müssten die Schulungen immer wieder mühsam neu in Verhandlungen ausgefochten werden.

Die DDG fordert eine bundeseinheitliche Regelung zur Finanzierung der Leistung. „Das ist enorm wichtig, denn von der erfolgreichen Aufnahme der Kinder in Kita und Schule hängt ja nicht nur deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ab“, erläuterte Jutta Wen­denburg von der AG Inklusion. Die Sicherstellung einer angemessenen Hilfe entscheide auch darüber, ob und inwieweit Eltern weiter erwerbstätig bleiben könnten oder ob die Be­treuung des an Diabetes erkrankten Kindes zur Hauptaufgabe werde.

„Wir fordern daher, dass es eine gesetzliche, einheitliche und flächendeckende Kosten­übernahme für die Betreuer-Schulungen gibt, entweder durch die gesetzliche Kranken­versicherung oder die Schulträger beziehungsweise die Träger der Kita“, erklärt Ralph Ziegler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie. © hil/aerzteblatt.de

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