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Medizin

Vogelgrippe in China alarmiert Behörde in Europa

Mittwoch, 1. Februar 2017

Stockholm – In China sind seit Dezember deutlich mehr Menschen an der lebens­gefährlichen Vogelgrippe A(H7N9) erkrankt als in den Jahren zuvor. Das European Centre for Disease Prevention and Control rät allen Besuchern anlässlich des derzeitigen Frühlingsfests, Märkte und Ställe mit lebendigem Geflügel zu meiden. Touristen, die innerhalb von zehn Tagen nach ihrer Rückkehr Fieber oder Atemwegsymptome entwickeln, sollten sich ärztlich untersuchen lassen.

Die aviäre Influenza H7N9 ist in China beim heimischen Geflügel endemisch. Im März 2013 wurden erstmals Erkrankungen beim Menschen bekannt. Die Erkrankung tritt saisonal in den Wintermonaten auf. Das Ansteckungsrisiko für den Menschen ist gering. Im Fall einer Erkrankung ist die Sterblichkeit jedoch hoch. Bisher wurden weltweit 1.033 Erkrankungen (Stand 23. Januar) registriert, von denen 39 Prozent tödlich endeten.

In dieser Saison ist es zu ungewöhnlich vielen Erkrankungen gekommen. Die Welt­gesundheitsorganisation registrierte seit November 2016 bereits 235 Erkrankungen, davon 229 in China. Zwei Patienten erkrankten nach der Rückkehr nach Kanada, einer nach der Rückkehr nach Malaysia. Importe nach Europa sind deshalb nicht auszu­schließen, zumal der Flugverkehr zwischen Europa und China beachtlich ist. Zwischen Januar und März verkehren jedes Jahr 2,1 Millionen zwischen China und der EU/EAA, davon entfallen 19 Prozent auf Deutschland.

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Viele Gäste besuchen Verwandte, vor allem in der Woche um das Frühlingsfest (dieses Jahr am 28. Januar) ist die Reisetätigkeit enorm. Ein Ansteckungsrisiko besteht auf Märkten, auf denen lebendes Geflügel verkauft wird. Die ECDC rät, diese Märkte grundsätzlich zu meiden. Die chinesischen Behörden schließen die Märkte nach Bekanntwerden von Erkrankungen.

Patienten, die in den ersten zehn Tagen nach der Einreise Atemwegsymptome entwickeln, sollten auf Influenza A getestet werden. Die ECDC rät bei einer positiven Reiseanamnese, das heißt einem möglichen Kontakt zu lebendem Geflügel, zur Entnahme von Proben für Influenzatests. Eine frühe oder empirische Behandlung mit Neuraminidase-Hemmern könne auch bei einem Verdachtsfall erwogen werden.

Das Virus ist nicht identisch mit der aviären Influenza A(H5N8) und A(H5N5), die in den letzten Wochen bei Geflügel und Wildvögeln in Nordeuropa aufgetreten sind. Diese Viren sind für den Menschen nicht ansteckend. © rme/aerzteblatt.de

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