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Medizin

Schlafprobleme: Campen bringt den natürlichen Rhythmus wieder in Takt

Donnerstag, 2. Februar 2017

/Sleep and Chronobiology Lab University of Colorado Boulder

Boulder – Wieviel Zeit im Tageslicht ist notwendig, damit sich die innere Uhr des Men­schen an den saisonalen Tag-Nacht-Rhythmus anpasst? Laut einer aktuellen Studie von Forschern um Kenneth Wright reicht schon ein Sommerwochenende in der Natur dafür aus. Seine Ergebnisse publizierte das Team der University of Colorado Boulder in Current Biology (2017; doi: 0.1016/j.cub.2016.12.041).

„Wer spät ins Bett geht, beeinflusst damit seine Gesundheit negativ“, sagt Wright von der University of Colorado Boulder. Die Produktivität nimmt ab, Schläfrigkeit am Tag nimmt zu. Stimmungsschwankungen, Diabetes und Übergewicht stehen ebenfalls auf der Risikoliste derjenigen, die sich nachts zu lange künstlichem Licht aussetzen.

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Menschen, die aufgrund dieser modernen Umweltbedinungen unter Schlafproblemen leiden, können ihre innere Uhr innerhalb nur eines Wochenendes wieder justieren. Mehr Outdoor-Tageslicht lautet die Antwort der Studienautoren, die sie jetzt mit zwei Cam­ping­experimenten belegt haben.

Erstautorin Ellen Stothard und ihr Team schickten fünf aktive Menschen in ihren 30ern für eine Woche zum Zelten in die Rocky Mountains. Im tiefsten Winter, als die Tage am kürzesten waren, campten sie dort ohne Taschenlampen und Handys. Einzig Sonne, Mond und Lagerfeuer dienten als natürliche Lichtquellen. Zuvor hatten die Forscher die Melatoninwerte der Teilnehmer gemessen, die den internen Rhythmus widerspiegeln.

Die Camper gingen in der Wildnis durchschnittlich 2,5 Stunden früher zu Bett, die Aufstehzeit am Morgen blieb in etwa die gleiche (9,9 versus 7,6 Stunden Schlafzeit). Nach der Woche in den Rocky Mountains wurden erneut die Melatoninwerte gemessen, die ebenfalls etwa 2,6 Stunden früher anstiegen als vor dem Outdoorausflug.

In einem zweiten Experiment wurden die Melatoninwerte von zwei Gruppen verglichen, dieses mal im Sommer. Fünf Teilnehmer verbrachten das Wochenende in der modernen Umgebung, die auch elektrische Lichtquellen beinhaltete. Neun weitere Personen bega­ben sich auf ein Zeltwochenende in die Rocky Mountains. Dieses Mal durften die Cam­per auch Taschenlampen nutzen.

Die Beleuchtungsstärke, der die Camper sowohl im Winter als auch im Sommer ausge­setzt waren, überstieg die der Zuhausegebliebenen um ein Vielfaches, im Sommer um ein Vierfaches, im Winter um ein 13-faches. Die Sommercamper gingen etwa 1,1 Stunden später zu Bett und wachten dafür 1,1 Stunden später auf. Nach dem Camping­trip hatten sich auch die Melatoninlevel verschoben. Der Melatoninanstieg begann etwa 1,4 Stunden früher.

Der natürliche Tag-Nach-Rhythmus passt sich innerhalb kurzer Zeit der Sommer- und Wintersaison an, sofern man sich in einer natürlichen Lichtumgebung befindet, schluss­folgern die Autoren der Studie. In der modernen Welt mit elektrischen Lichtquellen rea­giert der biologische Tag-Nacht-Rhythmus hingegen kaum noch auf die Jahreszeiten.

© gie/aerzteblatt.de

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