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Politik

Internetsucht: Zahl der abhängigen Jugendlichen gestiegen

Freitag, 3. Februar 2017

/dpa

Berlin – In Deutschland sind mittlerweile rund 270.000 Jugendliche vom Internet abhän­gig. Die Zahl hat sich damit binnen vier Jahren nahezu verdoppelt, wie die Bundeszen­tra­le für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mor­t­ler (CSU) heute mitteilten. Mädchen sind dabei offensichtlich anfälliger: Derzeit sind 7,1 Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Mädchen internetabhängig, bei den gleichaltrigen Jungen sind dies 4,5 Prozent.

Eine BzgA-Studie geht bei 5,8 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen von einer „computerspiel- oder internetbezogenen Störung“ aus. Der Anteil bei den 18- bis 25-Jäh­ri­gen liegt hingegen nur bei 2,8 Prozent und veränderte sich seit 2011 damit auch nicht merklich. Die Experten betonten zugleich, dass der Großteil der Jugendlichen und jun­gen Erwachsenen bei der Internetnutzung keine Verhaltensprobleme zeige.

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Der Studie zur Drogenaffinität Jugendlicher im Jahr 2015 zufolge sind die Geschlechter­un­terschiede gerade bei Jugendlichen möglicherweise auf den verschieden starken Zu­griff auf soziale Medien zurückzuführen. So nutzen 84,3 Prozent der Mädchen täglich so­ziale Netzwerke, gleichaltrige Jungen zu 77,2 Prozent. Dagegen spielen 36,2 Prozent der männlichen Jugendlichen täglich Computerspiele, bei den gleichaltrigen Mädchen sind dies nur 11,3 Prozent.

Insgesamt sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen zwölf und 25 Jah­ren durchschnittlich 22 Stunden pro Woche online und das ausschließlich zum Kommu­nizieren, Spielen oder zur Unterhaltung. Die Zeit, die sie im Zusammenhang mit Schule, Studium oder Beruf im Netz verbringen, ist dabei noch gar nicht eingerechnet. Das Smart­phone spielt mit 77,1 Prozent als Zugangsweg ins Internet die größte Rolle.

„Gerade Jugendliche müssen lernen, das Netz selbstbestimmt und im richtigen Maß zu nutzen“, erklärte Mortler anlässlich des Safer Internet Day am kommenden Dienstag. Sonst bestehe die Gefahr, „dass für das reale Leben neben dem virtuellen kein Platz mehr bleibt“.

Nach Angaben von BzgA-Leiterin Heidrun Thaiss bestätigen die Zahlen, wie wichtig es sei, Jugendlichen die Risiken der exzessiven Nutzung von Internet, Smartphones und Computerspielen aufzuzeigen. Für die Studie wurden 2015 rund 7.000 Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren befragt. © afp/aerzteblatt.de

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