Hochschulen

Universitätsmedizin Greifswald: Keine Fusion mit Rostock

Freitag, 3. Februar 2017

Greifswald – Die Universitätsmedizin Greifswald soll nach dem Willen der Landesregie­rung unter neuer Führung „ein Leuchtturm“ in Forschung, Lehre und Krankenversor­gung bleiben. Nach der Abberufung des Ärztlichen Direktors, Thorsten Wygold, werde der Ärztliche Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, Christian Schmidt, die Greifs­wal­der Klinik bei der Sanierung unterstützen, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) heute in Greifswald. Zum kommissarischen Vorstand in Greifswald wurde der Chirurg Claus-Dieter Heidecke berufen.

Angesichts der schlechten Lage der Klinik habe die Landesregierung handeln müssen. „Beide Häuser in Rostock und Greifswald stehen unter der Verantwortung des Landes. Da ist es selbstverständlich, dass man sich gegenseitig hilft, wenn einer in Not geraten ist“, sagte Hesse.

Anzeige

Die Greifswalder Klinik musste im Jahr 2015 ein Defizit von 14,3 Millionen Euro verbu­chen. Es gibt ein Sanierungskonzept, mit dem früheren Informationen zufolge bis 2019 rund 31 Millionen Euro eingespart werden sollen. Schmidt, der seit drei Jahren in Ros­tock ist, bezeichnete das Konzept als solide. „Was bislang fehlte, war der ärztliche Sparringspartner bei der Optimierung aller medizinischen Leistungen.“ Es sei gut, dass niemand von außen geholt worden sei. Er werde nun mit ein oder zwei Rostocker Spe­zialisten die Greifswalder unterstützen. „Das ist eher Hilfe zur Selbsthilfe“, sagte Schmidt. Der Sanierungsprozess in Greifswald werde beschleunigt.

Für die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, ist der Wechsel an der Klinikspitze zu kurz gedacht. Es habe schon zahlreiche ärztliche Direktoren in Greifs­wald gegeben. „Gebracht hat der Austausch bislang wenig. Die Probleme blieben.“ So habe bereits 2010 der Landesrechnungshof Steuerungs- und Managementdefizite in Greifswald kritisiert.

Die beiden Unikliniken Rostock und Greifswald mit 3.900 beziehungsweise 4.900 Mitar­beitern hatten in den vergangenen Jahren eine gegenläufige Entwicklung genommen. Während es in Rostock gelungen war, 2015 einen Gewinn von rund acht Millionen Euro zu erwirtschaften, wurden in Greifswald tiefrote Zahlen geschrieben. Schmidt versprach, trotz des Engagements in Greifswald die Rostocker Klinik nicht zu vernachlässigen. „Der Erfolgskurs wird fortgesetzt.“ So konnte die Zahl der Patienten in Rostock in seiner Zeit um jeweils 1.000 pro Jahr gesteigert werden. Vor allem der Zuspruch der besonders kranken Menschen habe zugenommen. „Unsere Kompetenz als Maximalversorger wird wahrgenommen“, sagte Schmidt.

Eine Fusion der beiden Kliniken schloss er aus. Die entsprechenden Modelle etwa in Schleswig-Holstein oder Hessen seien gescheitert. In Mecklenburg-Vorpommern finde wegen der verschiedenen Versorgungsgebiete kein Wettbewerb um Patienten statt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige