Politik

Entscheidungshilfe für Frauen mit genetisch bedingtem hohen Brustkrebsrisiko

Freitag, 3. Februar 2017

Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) fördert ein Projekt des Uniklinikums Köln zum genetisch bedingten Brustkrebs. Es soll betroffenen Frauen verständlich auf­bereitete wissenschaftliche Informationen bereitstellen, damit sie sich für eine passende Behandlung entscheiden können. Dafür erhält die Klinik über drei Jahre vom Landes­zentrum Gesundheit insgesamt 218.000 Euro.

Laut Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter stehen in NRW etwa 750 bis 1.500 Frauen pro Jahr vor schweren Entscheidungen: Aufgrund einer familiär bedingten Genmutation haben sie ein stark erhöhtes Risiko, an Brust- und Eierstock­krebs zu erkranken. Sie müssen zwischen verschiedenen Handlungsalternativen ent­schei­den, die von Abwarten über die Durchführung intensiver Früherkennungs­maß­nah­men bis zur prophylaktischen Brustamputation oder Entfernung der Eierstöcke reichen kann.

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„Wir wollen Frauen mit erhöhtem Krebsrisiko umfassende Informationen und bestmög­liche Hilfe anbieten, um sie in dieser schwierigen Situation bei der Wahl der für sie pas­senden Form der Prävention zu unterstützen“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen). Deshalb soll die Uniklinik eine Entschei­dungshilfe er­arbeiten, die betroffene Frauen bei einer ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung ihrer individuellen Situation unterstützt.

„Neben medizinischen Fakten und ärztlicher Beratung wollen wir den Frauen ein struktu­rier­tes Informationsangebot bieten, sodass sie ihre individuellen Wertvorstellungen, per­sönliche Lebenssituation sowie familiäre und psychische Aspekte systematisch in die Ent­scheidung miteinbeziehen können“, sagte die Ministerin. Ausgangspunkt seien die Bedürfnisse der Betroffenen, nicht Behandlungsabläufe oder medizinische Fachberei­che. „Ziel ist es, Entscheidungs­konflikte zu minimieren, sodass die Frauen auch langfris­tig möglichst gut mit der belastenden Situation und den von Ihnen getroffenen Entschei­dungen umgehen kön­nen“, so Steffens.

Neben Informationsmaterialien mit den besten verfügbaren wissenschaftlichen Daten und Fakten zur Erkrankung soll die Entscheidungshilfe Vor- und Nachteile verschiedener Be­handlungs- und Präventionsmöglichkeiten sowie die individuelle Risikokonstellation ver­deutlichen.

Durch Fragen, die jede Frau individuell für sich beantwortet, können systematisch auch die persönliche Lebens- und Familiensituation, psychische Faktoren sowie individuelle Vorstellungen einbezogen werden. Geplant ist, die Entscheidungshilfe im Projektzeitraum primär als digitale Anwendung einzusetzen. Nach erfolgreicher Erpro­bung soll sie später aber auch im Internet als Dokument zum Herunterladen zur Verfügung stehen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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