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Politik

Robert Koch-Institut: Grippesymptome nicht unterschätzen

Montag, 6. Februar 2017

Dortmund/Berlin – Angesichts der starken Grippewelle hat der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) erneut davor gewarnt, die Krankheit zu unterschätzen. „Jeder, der sich krank fühlt und ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, also ältere Menschen oder Personen mit chronischen Vorerkrankungen, sollte seinen Haus­arzt konsultieren“, sagte Lothar Wieler den Dortmunder Ruhr Nachrichten. Das derzeit zirkulierende Influenza-AH3N2-Virus sei dafür bekannt, dass es bei älteren Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führe.

Besonders verbreitet sei die Grippe derzeit im Süden und Osten Deutschlands. Zudem seien auch Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Schwerpunkte. „Aber da die Zahlen noch steigen, kann sich das in den nächsten Wochen verschieben“, sagte Wieler. Die Grippewelle habe früher begonnen und sei jetzt schon deutlich stärker als bei einem mo­deraten Verlauf. „Offiziell gemeldet sind bisher 27.000 Grippefälle aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter 85 Todesfälle, insbesondere bei älteren Menschen.“ Es werden jedoch lange nicht alle gemeldet.

Eine Grippeschutzimpfung könne noch sinnvoll sein, auch wenn der Aufbau des Impf­schut­zes etwa 14 Tage dauere. Unabhängig vom Impfstatus sollten alle Menschen die Hygieneempfehlungen beachten. Wieler rät, häufiger nach dem Händeschütteln die Hände gründlich zu waschen. „Wer bereits typische Symptome wie Husten oder Niesen hat, sollte aufpassen, niemanden anzustecken. Das heißt: Einweg-Taschentücher benutzen und notfalls in den Ärmel husten.“

Unterdessen gibt es die ersten Kliniken in Deutschland, die Patienten aufgrund der zahl­reichen Grippefälle nicht mehr behandeln können. Das Städtische Krankenhaus in Gör­litz wies zum Beispiel am Wochenende vorerst einige Patienten ab. Betroffen seien ge­plante Aufenthalte auf den Stationen Neurologie und Geriatrie, wie das Klinikum mit­teilte.

Um die Behandlung von Notfällen zu gewährleisten, wurden zudem geplante Operationen verschoben und Patienten nach Möglichkeit vorzeitig entlassen. Die Betten im Kranken­haus sind laut Medizinischem Direktor fast vollständig belegt. In den vergangenen Wo­chen war die Zahl der Grippefälle in Sachsen stark angestiegen. © dpa/aerzteblatt.de

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