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Modellprojekt: Schulkranken­schwestern beginnen Job

Montag, 6. Februar 2017

Potsdam/Cottbus – Pflaster auf die Wunde und Erstversorgung bei Unfällen: An 20 Schu­len in Brandenburg stehen mit Wochenbeginn Schulkrankenschwestern zur Ver­fü­gung. Die examinierten Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger versorgen in einem Zimmer mit Arztliege verletzte Schüler und bieten auch Gesundheitsprävention an, wie der Projektträger, die Arbeiterwohlfahrt (AWO/Bezirksverband Potsdam), mitteilte.

Zehn Fachkräfte wurden dafür eingestellt, die jeweils mehrere Schulen betreuen. Das Mo­dellprojekt läuft demnach bis Ende Oktober 2018 und soll auch in Hessen erprobt wer­­den. Dahinter steckt der Ansatz, dass es einen Zusammenhang zwischen dem gesun­den Aufwachsen von Kindern und ihrem Bildungserfolg gibt – es soll bewusst Chancen­gleichheit gefördert werden.

Schulen in Deutschland sind laut AWO für eine angemessene medizinische Versorgung häufig zu schlecht ausgestattet. Bislang gebe es nur vereinzelt Schulkrankenschwestern in Deutschland. Das Modellprojekt in dieser Form sei bislang in keinem anderen Bundes­­land ausprobiert worden. Brandenburg und Hessen wollen sich demnach im Verlauf eng abstimmen, dort beginne das Projekt aber etwas später.

In Brandenburg machen vor allem Grund- und Oberschulen mit – unter anderem in Cott­bus, Frankfurt (Oder), Brandenburg/Havel sowie in mehreren Landkreisen wie Elbe-Els­ter, Barnim und Ostprignitz-Ruppin. Das Projekt „Schulgesundheitsfachkräfte an öffent­li­chen Schulen im Land Brandenburg“ hatte bereits im November 2016 mit der Einstellung und Weiterbildung der Fachkräfte begonnen; das neue Team besteht aus neun Frauen und einem Mann. Nun folgt der Praxistest, während dem es weitere Fortbildungen geben soll.

Nach AWO-Angaben gibt es in den Zimmern der Schulkrankenschwestern unter anderem eine Arztliege, Erste-Hilfe-Ausstattung und Blutdruck-Messgeräte. Zum Arbeitsalltag zählt unter anderem die Betreuung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher oder auch von Schülern, die länger krank waren und wieder zurückkehren. Darüber hinaus geht es ne­ben der Erstversorgung um Früherkennung und Prävention.

Neben der Arbeiterwohlfahrt als Projektträger sind die Gesundheitskasse AOK Nordost, die Unfallkasse Brandenburg sowie das Gesundheits- und das Bildungsministerium in Potsdam beteiligt, um das Projekt zu finanzieren und fachlich zu begleiten.

© dpa/aerzteblatt.de

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