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Ausland

Peking setzt im Kampf gegen Aids auf traditionelle chinesische Medizin

Dienstag, 7. Februar 2017

Peking – Im Kampf gegen Aids setzt die Regierung in Peking auf traditionelle chine­sische Medizin. Die Zahl der Aids-Patienten, die nach dieser traditionellen Lehre behandelt wer­den, müsse im Vergleich zum Stand von 2015 verdoppelt werden, erklärte der Staatsrat gestern auf seiner Webseite. Die Maßgabe ist Teil eines Fünf-Jahres-Plans der Regierung zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit, die durch das HI-Virus ausgelöst wird.

In dem Plan heißt es, Abteilungen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sollten mit nationalen Gesundheits- und Familienplanungskommissionen zusammenarbeiten, „um eine therapeutische Behandlung zu finden, die traditionelle chinesische Medizin (TCM) und westliche Medizin kombiniert“.

Durch den neuen Ansatz soll „mit Aids zusammenhängendes homosexuelles Verhalten“ um mindestens zehn Prozent verringert werden, die Übertragungsrate des Virus von HIV-infizierten Schwangeren auf ihr Kind soll auf unter vier Prozent gesenkt werden. In einem Bericht aus dem Jahr 2015 an die UNO hatte die chinesische Regierung erklärt, es gebe 501.000 Fälle von HIV-Infektionen in der Volksrepublik.

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Die neue Anti-Aids-Strategie ist Teil der Bemühungen der chinesischen Regierung, die traditionellen Behandlungsmethoden stärker im staatlichen Gesundheitssystem zu veran­kern. Die Methoden der traditionellen chinesischen Medizin sind bereits tausende Jahre alt. Dazu zählen Kräutermischungen, aber auch Akupunktur und Schröpfen.

Nach offiziellen Angaben praktizieren in der Volksrepublik etwa 450.000 TCM-Therapeu­ten. Ende Dezember wurde das erste Gesetz zur traditionellen chinesischen Medizin er­lassen, das die Erteilung von Zulassungen an TCM-Therapeuten vorsieht und ihnen die Eröffnung von Kliniken erleichtert. Die Regierung in Peking sieht in den traditionellen Behandlungsformen eine kostengünstige Alternative zur modernen Medizin.

© afp/aerzteblatt.de

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