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Antibiotika gegen Clostridium difficile: Die Sterberate bei schweren Krankheitsverlauf könnte niedriger sein

Dienstag, 7. Februar 2017

Clostridium-difficile-Bakterium
Clostridium-difficile-Bakterium /CDC, James Archer

Salt Lake City – Am häufigsten infizieren sich Menschen in den USA im Krankenhaus mit dem grampositiven Stäbchenbakterium Clostridium difficile (CDI). Gegen den Erreger von Durchfallerkrankungen setzen Ärzte in erster Linie das preisgünstige Antibiotikum Metronidazol ein. Dabei könnte Vancomycin mehr Todesfälle verhindern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Utah. Die retrospektive Beobachtungs­studie ist im US amerikanischen Ärzteblatt JAMA Internal Medicine erschienen (2017; doi: 10.1001/jamainternmed.2016.9045).

Die Leitlinien, die auf 30 Jahre alten Studien basieren, empfehlen Metronidazol oder Vancomycin als Therapie bei einer CDI. „Wir sind lange Zeit davon ausgegangen, dass beide Antibiotika gleich gut wirken“, sagt Erstautorin Vanessa Stevens. Die aktuelle Studie zeige aber, genau wie auch einige andere, dass diese Einschätzung falsch ist.

Das Team um Stevens hat die Mortalität von mehr als 10.000 CDI-Patienten (vor allem Männer) nach Gabe der beiden Antibiotika verglichen. Davon stuften sie 35 Prozent als schwere CDI-Fälle ein, da sie innerhalb von vier Tagen erhöhte Leukozyten- und Krea­tinin-Werte aufwiesen. Bei dieser Subgruppe war die Sterblichkeit nach einer Metronidazol-Therapie deutlich höher als nach einer Therapie mit Vancomycin (19,8 versus 15,3 Pro­zent). Anders ausgedrückt bedeutet das: Wenn man nur 25 schwer erkrankte DCI-Patienten mit Vancomycin statt mit Metronidazol behandelt, wäre schon ein Todesfall verhindert worden.

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Die Studie zeigte zudem, dass weniger als 15 Prozent der Patienten, die schweren Fälle eingeschlossen, Vancomycin erhielten. Da Metronidazol preisgünstiger ist, wurde dieses in den letzten Jahren häufiger eingesetzt, vermuten die Autoren. Ein Grund für den zurückhaltenden Einsatz sei auch, Resistenzen gegen Vancomycin zu reduzieren. In ihrem Fazit ermpfehlen die Autoren, bei schweren CDI einer initialen Therapie mit Vancomycin den Vorzug zu geben. So lautete bereits die Empfehlung 2008 von Dale N. Gerding vom Hines Veterans Affairs Hospital, auf die sich auch das Robert-Koch-Institut bezieht. Vancomycin solle darüber hinaus bei schwangeren Frauen und Kindern unter zehn Jahren eingesetzt werden, heißt es hier.

Trotz Antibiotikatherapie entwickeln 9,0 bis 26,9 Prozent der Patienten rezidivierende CDIs. Dagegen helfen fäkale Mikrobiota-Transfers, die in Deutschland bisher aber nur punktuell und mit unterschiedlichen Methoden implementiert wurde. Das Deutsche Ärzteblatt hat darüber berichtet.

Fäkaler Mikrobiota-Transfer bei rezidivierenden Clostridium-difficile-Infektionen

Die Clostridium-difficile-Infektion (CDI) ist weltweit die Hauptursache nosokomialer Diarrhöen (1, 2). Die medikamentöse Behandlung der CDI basiert gegenwärtig im Wesentlichen auf der Gabe der Antibiotika Metronidazol, Vancomycin und Fidaxomicin (3). Im Anschluss an diese Therapien entwickeln 9,0–26,9 % der Patienten rezidivierende CDIs (rCDI) (4).

© gie/aerzteblatt.de

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