Medizin

Lungenhochdruck: Therapieoptionen haben zugenommen

Freitag, 10. Februar 2017

Hannover – Pulmonale Hypertonie (PH) kann in verschiedenen Formen auftreten, die jede für sich eine passende Behandlung beansprucht. Damit die richtige Therapie zum Einsatz kommt, haben Pneumologen den aktuellen status quo der Therapie zusammen­gefasst. Der cme-Artikel ist im Deutschen Ärzteblatt erschienen (Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 73–84).

Zugelassene Wirkstoffgruppen

  • Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
  • PDE5-Hemmer
  • Stimulator der löslichen Guanylatcyclase
  • Prostacyclin-Analoga
  • Prostacyclin-Rezeptoragonist

Die Therapieoptionen für Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie und chro­nisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, heißt es im Beitrag. Dadurch sei die Behandlung erfolgreicher, aber auch komplexer ge­worden. Aus diesem Grund haben die Autoren um Marius Hoeper von der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover den aktuellen Stand basie­rend auf einer Literaturrecherche, den wichtigsten Empfehlungen der 2015 publizierten Europäischen Leitlinien zur pulmonalen Hypertonie sowie der 2. Kölner Konsensus-Kon­fe­renz im Juni 2016 zusammengetragen. An einigen Stellen ergänzen sie die Informatio­nen noch darüber hinaus.

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Zehn Präparate aus fünf Wirkstoffklassen können Ärzte bei der pulmonalen arteriellen Hypertonie, meist in Kombination, einsetzen. Darüber hinaus sind allgemeine Maßnah­men möglich, um die Symptome zu bekämpfen. Abgesehen von einer Reha, die eine Physiotherapie beinhaltet, sind diese symptomatischen Behandlungen jedoch nicht durch randomisierte Studien belegt. Dazu zählt unter anderem die Sauerstofftherapie, Diuretika oder eine Lymphdrainage. Aderlässe und Antikoagulation werden nur noch in seltenen Fällen empfohlen.

Keine etablierte Therapie gibt es bei den häufigsten Formen der PH bei Linksherzer­kran­kungen oder Lungenerkrankungen. Hier können Ärzte nur die Grundkrankheit behan­deln. Einige entwickeln daraus eine schwere PH, die gelegentlich einer pulmonal arteri­ellen Hypertonie ähnelt. Hier ist eine individuelle Therapie erforderlich, bestenfalls in ei­nem spezialisierten Zentrum, empfehlen die Autoren. Das gelte für jede schwerwiegende und lebensbedrohliche, seltene Erkrankung. © gie/aerzteblatt.de

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