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Ausland

Petition gegen aktive Sterbehilfe bei Demenz-Patienten in den Niederlanden

Donnerstag, 9. Februar 2017

Amsterdam – 148 Ärzte in den Niederlanden haben eine Petition gegen aktive Sterbe­hilfe bei Demenzpatienten unterzeichnet. „Unsere moralische Abneigung, das Leben ei­nes wehrlosen Menschen zu beenden, ist zu groß“, schreiben sie auf ihrer Internetseite. Die Ärzte sprechen sich dagegen aus, jemandem aufgrund einer Patientenverfügung aktive Sterbehilfe zu erteilen, wenn er nicht mehr deutlich machen kann, ob er dies tat­sächlich will.

Den Angaben zufolge soll am morgigen Freitag eine große, spendenfinanzierte Anzeige in den überregionalen niederländischen Zeitungen nrc.next und NRC Handelsblad er­scheinen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Initiiert wurde die Aktion laut der niederländischen Ärztezeitung Medisch Contact von dem Psychiater Boudewijn Chabot, dem Geriatrie-Spezialisten Piet van Leeuwen und dem Hausarzt Jaap Schuurmans.

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Ende 2015 hatte die niederländische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Edith Schippers aktive Ster­behilfe bei fortgeschrittener Demenz gestattet, wenn vor Beginn der Krankheit eine ent­sprechende Patientenverfügung ausgestellt wurde. Trotzdem sind viele Ärzte unsicher, was erlaubt ist, da auch bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung vor der Erteilung von Sterbehilfe geprüft werden soll, ob sie unerträglich leiden.

Im Januar war zum ersten Mal eine Ärztin von der Sterbehilfe-Überprüfungs-Kommis­sion (RTE) gerügt worden. Es sei nicht eindeutig geklärt gewesen, ob die Demenz-Patientin die Sterbehilfe zu dem Zeitpunkt, als sie erteilt wurde, tatsächlich wollte. © kna/aerzteblatt.de

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