NewsVermischtesStreit um Abtreibungen: Chefarzt verlässt Dannenberger Klinik
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Streit um Abtreibungen: Chefarzt verlässt Dannenberger Klinik

Donnerstag, 9. Februar 2017

Dannenberg/Fulda – Im Streit um Schwangerschaftsabbrüche in einer Klinik in Dannen­berg nimmt der erst vor kurzem berufene Chefarzt der Gynäkologie wieder seinen Hut. Der Mediziner werde die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik auf eigenen Wunsch mittelfristig ver­lassen, was die Klinikleitung sehr bedauere, sagte heute Martin Reitz, Geschäftsführer der Capio Deutsche Klinik GmbH.

„Fortan übernehmen andere, sehr erfahrene ange­stellte Fachärzte für Gynäkologie den medizinischen Eingriff.“ Der Chefarzt sei wie bisher nicht an den Operationen beteiligt. Der Arzt hatte unter Berufung auf seinen christlichen Glauben Abtreibungen abgelehnt. Er hatte erst am 1. Dezember 2016 seine Chefarztstelle angetreten.

Damit können auch künftig im Landkreis Lüchow-Dannenberg Frauen Schwanger­schafts­­­ab­brüche nach der gesetzlich vorgesehenen eingehenden Beratung in der Klinik vornehmen lassen, hieß es. Die Entscheidung des Gynäkologen, wegen seines Glau­bens keine Abtreibungen zu dulden, habe der Mediziner ohne Rücksprache getroffen.

Anzeige

„Die Klinikleitung akzeptiert zwar einerseits die persönliche Entscheidung des Chefarztes der Gynäkologie, solche Eingriffe persönlich nicht durchzuführen. Als weltanschaulich neutrale Einrichtung ist das Krankenhaus aber zu allererst dem gesundheitlichen Wohl und dem gesetzlich vorgeschriebenen Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen ver­pflichtet“, teilte der Klinik-Mutterkonzern mit.

Die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik ist mit rund 100 Betten das einzige Krankenhaus im Land­kreis Lüchow-Dannenberg. Im vergangenen Jahr gab es 31 von Fachärzten vorgenom­me­ne Schwangerschaftsabbrüche entsprechend der gesetzlichen Vorgaben. Eine Abtrei­bung ist in Deutschland grundsätzlich rechtswidrig, unter bestimmten Bedingungen aber nicht strafbar. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #90377
MoMA
am Freitag, 10. Februar 2017, 00:17

Hahaha

"Der Mediziner werde die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik auf eigenen Wunsch mittelfristig ver­lassen, was die Klinikleitung sehr bedauere, sagte heute Martin Reitz, Geschäftsführer"

* auf eigenen Wunsch
* mittelfristig
* sehr bedauern

Sososo
LNS

Nachrichten zum Thema

11. Dezember 2018
Berlin – Morgen wollen die zuständigen Minister der Bundesregierung in Berlin über eine Lösung in Streit um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche beraten. Ob der Vorschlag am Ende bei der
Union erwartet Einigung zu Schwangerschaftsabbrüchen erst im Januar
10. Dezember 2018
Berlin – Die Große Koalition ringt auf Bundesebene weiter um einen Kompromiss im Streit über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche. Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und
Große Koalition ringt um Kompromiss bei Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche
3. Dezember 2018
Düsseldorf – Die Jusos fordern eine vollständige Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten des Düsseldorfer Bundeskongresses am vergangenen Samstag für
Jusos wollen Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
27. November 2018
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es nach Angaben des Landesfamilienministeriums ein ausreichendes Angebot an Ärzten und Krankenhäusern, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. In manchen
Medizinisches Angebot für Schwangerschaftsabbrüche in Nordrhein-Westfalen ausreichend
20. November 2018
Gießen – Der Fall der wegen verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verurteilten Ärztin Kristina Hänel kommt vor das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt. Gegen das Berufungsurteil des
Streit um Abtreibungsparagrafen beschäftigt Oberlandesgericht
20. November 2018
Weimar – Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, haben nach Ansicht der Beratungsstelle Pro Familia verstärkt mit Anfeindungen zu kämpfen. „Der Ton wird durchaus schärfer“,
Stimmungsmache gegen Schwangerschaftsabbrüche nimmt zu
14. November 2018
Hannover – Die Große Koalition will im Streit um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche weiter nach einer Lösung suchen. Die auf Ministerebene geführten Gespräche würden in den kommenden Tagen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER