Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wie T-Zellen bei multipler Sklerose in das Gehirn einwandern

Freitag, 10. Februar 2017

Mainz – Eine Forschergruppe der Universitätsmedizin Mainz hat einen Mechanismus be­schrieben, der es T-Zellen erleichtert, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und in das zentrale Nervensystem (ZNS) einzuwandern. Dies ist insbesondere für das Verständnis der Multiplen Sklerose (MS) relevant, bei der körpereigene T-Zellen in das Gehirn ein­drin­gen. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Cell Reports erschienen (2017; doi: 10.1016/j.celrep.2017.01.020). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die MS-Forschung an der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen des Sonderforschungs­be­rei­ches TR128.

Bei der neurodegenerativen Autoimmunerkrankung MS greifen körpereigene T-Zellen das ZNS im Gehirn an. Dafür überwinden sie die Blut-Hirn-Schranke. Wie dies funk­tio­niert, ist Gegenstand weltweiter Forschung.

Florian Kurschus vom Institut für molekulare Medizin der Universitätsmedizin Mainz hat jetzt gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe herausgefunden, dass ein als EBI2 bezeich­netes Protein auf der Oberfläche von T-Zellen wesentlich dazu beiträgt. Wichtig ist da­bei das Zusammenspiel zwischen EBI2 als Rezeptor und einem Zielprotein, dem als Li­gand bezeichneten Molekül 7a,25-Dihydroxycholesterol. Letzteres bilden Enzyme aus Cholesterin.

EBI2 ermöglicht es den Immunzellen, schneller und effizienter in das Gehirn einzuwan­dern. Dabei gilt: Je höher die Konzentration des Liganden, desto schneller und effizien­ter können die Immunzellen ins Gehirn vordringen und dort Gewebeschäden anrichten.

„Unsere Daten legen den Schluss nahe, dass im Menschen der Rezeptor EBI2 und eine erhöhte Ligandenkonzentration zur Einwanderung von T-Zellen und somit zur Erkran­kung des ZNS beitragen“, erläuterte Florian Wanke, der die Experimente in der Arbeits­gruppe hauptsächlich durchführte.

„Für den Rezeptor EBI2 sind bereits mögliche therapeutische Ansatzpunkte bekannt, die wir in Zukunft in MS-Modellversuchen auf ihre Wirksamkeit testen wollen“, kündigte Kurschus an. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

12.12.17
Krankenkasse muss gehbehinderter Blinder Führhund bewilligen
Celle – Einer gehbehinderten blinden Frau aus dem Kreis Uslar muss nach einem Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen (Az.: L16/1 KR 371/15) von der Krankenkasse ein Blindenhund bewilligt......
07.12.17
Forscher entdecken Migrations­mechanismen von T-Zellen ins ZNS
Illinois – Forscher der University of Illinois und der University of California haben im Mausmodell nachweisen können, wie bestimmte T-Zellen bei der multiplen Sklerose (MS) die Blut-Hirn-Schranke......
07.12.17
Niedergelassene Ärzte betreuen immer mehr Patienten mit Multipler Sklerose
Berlin – Immer mehr Patienten mit einer Multiplen Sklerose (MS) werden ambulant behandelt. Das berichten Wissenschaftler des Versorgungsatlas, einem Angebot des Zentralinstituts für die......
13.11.17
Primär progrediente Multiple Sklerose: Vermeintlich erster Wirkstoff vor der Zulassung
London – Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat sich für die Zulassung des monoklonalen Antikörpers Ocrelizumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose......
30.10.17
Leberschäden: EMA konkretisiert Einschränkungen bei MS-Medikament Zinbryta
London – Wegen der Gefahr schwerer Leberschäden will die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Einsatz des Antikörpers Daclizumab (Zinbryta) weiter einschränken. Er soll künftig nur noch als......
12.10.17
Multiple Sklerose: Antihistaminikum beschleunigt Nervenleitung in der Sehbahn
San Francisco – Die Behandlung mit Clemastin, einem Antihistaminikum der ersten Generation, das heute in Apotheken rezeptfrei erhältlich ist, hat in einer randomisierten doppelblinden Phase 2-Studie......
19.09.17
Darmflora von MS-Patienten kann MS-ähnliche Krankheit im Tiermodell auslösen
München/San Franzisko/Münster – Seit einigen Jahren stehen Bakterien der natürlichen Darmflora unter Verdacht, bei entsprechender genetischer Disposition eine Multiple Sklerose (MS) auslösen zu......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige