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Politik

Wachsende Kritik an Berliner „Kinderwunsch Tagen“

Freitag, 10. Februar 2017

Berlin – In Berlin findet die erste Kinderwunsch-Messe statt. Auf durchgestylten Illus­tra­tions­bildern werben Traumbabys für reproduktionsmedizinische Angebote. Die erste Ver­brauchermesse dieser Art in Deutschland öffnet vor allem ausländischen Anbietern den lukrativen deutschen Markt. Dabei präsentieren viele von ihnen Be­fruchtungsprakti­ken, die hierzulande verboten sind.

Das stößt auf zunehmende Kritik. Denn viele der Verfah­ren sind deshalb verboten, weil sie der Gesetzgeber für ethisch fragwürdig oder verwerf­lich hält. „Wenn man eine solche Messe veranstaltet und dort auch für hierzulande illegale Metho­den wirbt, geschieht das in erster Linie nicht, weil man diesen Paaren helfen will, sondern aus rein kommerziellen Interessen“, beklagte etwa der Gesundheitsexperte der Grünen, Harald Terpe.

Nach dem Deutschen Register für In-Vitro-Befruchtung (IVF) wurden 2015 in den 134 deutschen Behandlungszentren knapp 58.000 Frauen behandelt. Dazu wurden 97.796 Zyklen durchgeführt. Insgesamt kamen 2014 in Deutschland 9.140 Kinder nach künstli­chen Reproduktionsmethoden zur Welt. Viele Paare lassen sich inzwischen auch im Aus­land behandeln.

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Dafür bietet die Messe umfangreiche Offerten, die die Hauptanbieter gleich ins Deut­sche übersetzt haben. So lädt das Oregon Reproductive Medicine (ORM) in sein „Full-Ser­vi­ce-Kinderwunschzentrum“ an der US-Pazifikküste ein. Sie werben mit den hohen Stan­dards bei der Auswahl der „Eizellspenderinnen in unserem ORM Donors Pro­gramm“ und einem „Vollchromosomen Screening“ sowie individueller „Präimplan­tationsdiagnostik“.

Auch beim „IVF Spain Alicante“ gehört die Eizellspende zum Angebot. Dem Kunden ver­spricht die Firma „vom TÜV weit über dem spanischen Durchschnitt zertifizierte Schwan­gerschaftsraten“. Passendes Sperma kann man bei der Fairfax-Cryobank in „nur drei Schritten“ finden. Bei der Auswahl unter Ethnie, Haarfarbe und Augenfarbe kann der Kunde etwa die Kombination eines rothaarigen Kaukasiers mit grünen Augen aus­wählen. Die Spender sind anonymisiert.

Den SPD-Gesundheitsexperten Rene Röspel ärgert vor allem, „dass hier suggeriert wird, die Reproduktionsmedizin ist ganz einfach“. Aber „von sieben behandelten Frauen geh­en sechs am Ende ohne Kind nach Hause“. Viele Betroffene kämen in eine hoff­nungs­lo­se Situation. Die Angebote führten zu einer „unmenschlichen Beliebigkeit“.

Nach Auffassung des familienpolitischen Sprechers der Unions-Bundestagsfraktion, Mar­cus Weinberg, „degradiert die Leihmutterschaft ein Kind zum Bestellobjekt“; die Frau wer­de ein „käufliches Mittel zum Zweck“. „Auch wenn ich Verständnis habe, dass Kin­der­­losigkeit großes Leid auslösen kann, rechtfertigt das nicht, Dritte zur eigenen Wunsch­er­füllung zu instrumentalisieren“.

Der Gesetzgeber spricht ferner von einem „einschneidenden Eingriff“ in die Persön­lich­keit des Kindes und will die intime „Mutter-Kind-Beziehung, die in der Schwangerschaft beginnt“, schützen. Weinberg sieht „die Staatsanwaltschaft in der Pflicht, die Werbung ausländischer Anbieter von Leihmutterschaft auf den Kinderwunsch-Tagen in Berlin zu untersagen“.

Gleichzeitig ringen selbst in Deutschland Kinder aus Samenspenden um die Kenntnis ihres leiblichen Vaters – bislang oft vergeblich. Anne Meier-Credner vom Verein „Spen­der­kinder“ begrüßt es daher, dass der Gesetzgeber nun „endlich das Recht auf Kennt­nis der eigenen Abstammung“ sichern will. Umso erschreckender sei es, dass „die Haupt­aus­steller in Berlin ausländische Kliniken sind, die weiterhin anonyme Keimzell­spende anbieten“.

Der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, betonte, „dass grundsätzlich das Wohl des Kindes und seine Rechte Vorrang vor anderen Erwä­gungen haben müssen“. Entsprechend besorgniserregend sei es, „dass nun sogar kommerzielle Anbieter aus dem Ausland Gelegenheit erhalten, Praktiken der Repro­duk­ti­onsmedizin vorzustellen, die in Deutschland aus sehr guten Gründen verboten sind“. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #113003
Claus-F-Dieterle
am Freitag, 10. Februar 2017, 21:10

Wunder durch Jesus Christus

Wenden sich kinderlose Ehepaare auch an den lebendigen, in der Bibel bezeugten Gott?
Hier ein kostenloses Video, wie Jesus Christus auch heute noch eingreift:
http://wunder-heute.tv/serainazoellig
Weitere kostenlose Videos unter "Lebensberichte".
Dazu eine Aussage in Psalm 77,15: "Du bist der Gott, der Wunder tut."

Immer wieder fällt mir der Egoismus kinderloser Paare auf:
es wird ein hoher Aufwand betrieben, um eigene Kinder zu bekommen, aber zum Beispiel die Kinder alleinerziehender Mütter oder von psychisch kranken Eltern werden nicht unterstützt.
LNS

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