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Medizin

Hypertonie: „Quad-Pille“ normalisiert Blutdruck mit einem Viertel der Dosis

Freitag, 10. Februar 2017

dpa

Sydney – Die tägliche Einnahme einer Quad-Pille, die vier Blutdruckmittel in niedriger Dosis kombiniert, hat in einer Pilotstudie im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)30260-X) den Blutdruck bei allen Patienten innerhalb von vier Wochen normalisiert. Neben der hohen Effektivität könnte auch die gute Verträglichkeit für eine kombinierte Initialtherapie der arteriellen Hypertonie sprechen.

Die meisten Ärzte beginnen die Behandlung der arteriellen Hypertonie mit einem Wirkstoff. Wenn die Blutdruckziele nicht erreicht werden, fügen sie nach und nach weitere Wirkstoffe hinzu. Diese Strategie ist nicht nur zeitaufwendig. Sie führt auch häufig nicht zum Erfolg, weil die Patienten unter den Nebenwirkungen der einzelnen hochdosierten Wirkstoffe leiden oder das Interesse verlieren.

Forscher des George Institute in Sydney schlagen deshalb eine wie sie meinen radikal andere Therapie vor. Statt den Blutdruck mühsam mit einzelnen Wirkstoffen einzu­stellen, sollten alle Patienten von Anfang an mit vier Wirkstoffen behandelt werden, alle jedoch in einem Viertel der sonst üblichen Dosis. Die Zusammensetzung der Quad-Pille ist: Irbesartan 37,5 mg, Amlodipin 1,25 mg, Hydrochlorothiazid 6,25 mg und Atenolol 12,5 mg.

Die Idee wurde kürzlich erstmals in einer allerdings sehr kleinen randomisierten klinischen Studie getestet. Die 21 Teilnehmer hatten zu Beginn der Studie einen Blutdruck von 154/90 mm Hg bei der Messung in der Praxis und von 140/87 mm Hg in der 24-Stunden-Langzeitmessung. Sie wurden auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt über vier Wochen eine konventionelle Therapie. Nach einer Auswasch­phase von zwei Wochen erhielten die Teilnehmer für weitere vier Wochen die jeweils andere Behandlung.

Die Ergebnisse, die Clara Chow von der Universität Sydney und Mitarbeiter jetzt vor­stellen, waren eindeutig: Die Quad-Pille senkte den systolischen 24-Stundenblutdruck um 19 mm Hg (95-Prozent-Konfidenzintervall 14-23). Der in der Arztpraxis gemessene Blutdruck wurde – ebenfalls signifikant – um 22/13 mm Hg reduziert. Alle 18 Patienten, die die Studie beendeten, erreichten unter der initialen Quadrupelbehandlung einen Blutdruck von weniger als 140/90 mm Hg. Unter der konventionellen Therapie gelang dies nur sechs der 18 Patienten. 

Laut Chow klagte keiner der Patienten während der Behandlung über schwere Nebenwirkungen. Keiner habe Schwierigkeiten gehabt, die Tablette mit den vier Wirkstoffen zu schlucken. 

Die Auswertung von 36 früheren Studien mit 4.721 Teilnehmern bestätigte laut Chow, dass einzelne Wirkstoffe in einer Vierteldosis eine Blutdruck-senkende Wirkung erzielen können. Sie betrug Placebo-kontrolliert bei Gabe eines Wirkstoffs 5/2 mm Hg und bei Gabe von zwei Wirkstoffen 7/5 mm Hg.

Auch in diesen Studien kam es zu keinen Sicherheitsproblemen. Da alle vier Wirkstoffe zur Behandlung der arteriellen Hypertonie zugelassen sind, sollte es möglich sein, die Quad-Pille auf den Markt zu bringen, schreibt Chow. Damit eine Quad-Pille allerdings zu einer vertrauenswürdigen Alternative wird, müsste die Wirkung allerdings durch klinische Studien mit einer weitaus größeren Teilnehmerzahl bestätigt werden. © rme/aerzteblatt.de

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skamm
am Dienstag, 14. Februar 2017, 17:27

Denglisch...

Wenn schon "copy and paste" bei Artikeln, liebe DÄ-Autoren, dann bitte grob korrigieren: "Amlodipine" heißt in Deutschland "Amlodipin".
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 12. Februar 2017, 17:39

QUAD ist Quatsch!

Aktuell auf Twitter: @Dt_Aerzteblatt
QUAD Quatsch! Atenolol (Betablocker, Nebenwirkung) langfristig nicht gegen Bluthochdruck: Erst nach Herzinfarkt und Schlaganfall.

Betablocker auch als Co-Medikation primär nur zur Blutdrucksenkung verwenden zu wollen, ist nicht evidenzbasiert. Erst n a c h stattgehabtem Herz- und/oder Hirn-Infarkt bzw. bei Herzinsuffizienz wirksam.

Außerdem fehlen harte Endpunkt-Studiendaten, wie bei allen Antihypertensiva oder antihypertensiven Interventionen (Nierenarterien-Ablation/renale Denervation, Glomus caroticum Schrittmacher) von wissenschaftlichen Fachgesellschaften gefordert.

Irbesartan 37,5 mg, Amlodipine 1,25 mg, Hydrochlorothiazid 6,25 mg und Atenolol 12,5 mg in einer sehr kleinen randomisierten klinischen Studie zu testen, ist zur Hypothesen-Bildung mit nur 21 Teilnehmern noch o.k., aber als Pilotstudie gehört so etwas nun wirklich nicht in den LANCET!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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