Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Heuschnupfen: Immuntherapie wirkt erst nach drei Jahren langfristig

Mittwoch, 15. Februar 2017

Pollen der Hasel und anderer Bäume sorgen bei Heuschnupfen-Allergikern für eine juckende Nase, tränende Augen und Niesattacken. /segovax, pixelio.de

London – Interantionale Leitlinien empfehlen eine Immuntherapie bei Heuschnupfen über einen Zeitraum von drei Jahren. Dass auch eine zweijährige Behandlung ausrei­chen könnte, haben Forscher vom Royal Brompton Hospital widerlegt. Drei Jahre sind demnach nötig, um eine langfristige Besserung der Symptome und der Lebensqualität zu erreichen. Die Daten wurden in JAMA publiziert (2017; doi: 10.1001/jama.2016.21040).

Zwar lindert auch eine zweijährige Immuntherapie die Symptome von Heuschnupfen deutlich. Doch bereits ein Jahr nach Beendigung der Therapie lässt die Wirkung nach. Die Interventionsgruppe befand sich nach drei Jahren nur noch auf dem Niveau der Placebogruppe.

Wer von langfristigen Effekten der Immuntherapie profitieren möchte, müsse das Aller­gen leitlinienkonform mindestens drei Jahre mittels Injektion oder Tabletten dem Körper präsentieren, schlussfolgern die Forscher um Stephen Durham, Head of Allergy and Clinical Immunology am National Heart and Lung Institute am Royal Brompton Hospital in London.

Immuntherapie in den drei Studiengrup­pen mit je 34 bis 36 Heuschnupfen-Patienten

Insgesamt hatten das Team die Immuntherapie bei 92 Heuschnupfen-Patienten über zwei Jahre untersucht. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt und in einer Doppelblindstudie von 3/2011 bis 2/2015 verglichen: eine monatliche Injektion des Allergens über 15 Wochen gefolgt von monatlichen Boostern, tägliche Tablette und eine Plazebogruppe (siehe Kasten).

Der Erfolg der Therapie wurde mit dem total nasal symptom score (TNSS) festgehalten: Dieser Score startet mit null Punkten, was die beste Bewertung darstellt, und endet bei 12, was die schlechteste Allergiestufe gemessen an nasalen Symptomen wie Verstopfung, Sekretfluss, Jucken und Niesen widerspiegelt.

Der mittlere TNS-Score lag bei der Tablettengruppe bei 6,36 (95 % CI, 5,76 bis 6,96) vor der Behandlung und bei 4,73 (95 % CI, 3,97 bis 5,48) drei Jahre danach. Die zweijäh­rige Injektionstherapie resultierte nach drei Jahren mit einem vergleichbaren TNSS von 3,89. In der Plazebogruppe lag der TNS-Score vor der Behandlung bei 6,06 (95 % CI, 5,23 bis 6,88) und bei 4,81 (95 % CI, 3,97 bis 5,65) drei Jahre danach, was dem Effekt der Interventionsgruppe entspricht. Hingegen ergab der nasale Allergietest im direkten Anschluss an die zweijährige Therapiephase einen deutlichen Symptomunterschied: 2,92 (Tablette) versus 5,01 (Plazebo) versus 1,99 (Injektion). © gie/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

30.11.17
Studie: Zecken könnten Fleischallergie übertragen
Bethesda/Maryland – Eine Allergie auf rotes Fleisch ist eine mögliche Ursache von rezidivierenden Anaphylaxien, denen US-Forscher in einer Studie in Allergy (2017; doi: 10.1111/all.13366) auf den......
16.11.17
Epikutane Immuntherapie: Pflaster könnte Erdnussallergie abschwächen
New York – Ein täglich zu erneuerndes Pflaster, das Erdnussproteine an die Haut abgibt, hat in einer Phase-2b-Studie bei jedem zweiten Patienten eine Immuntoleranz erzielt, die Patienten beim Verzehr......
27.10.17
Fünf Genorte erhöhen Risiko auf Nahrungsmittel­allergie
Berlin – Nahrungsmittelallergien im Kindesalter treten familiär gehäuft auf. Eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS) beschreibt in Nature Communications (2017; doi: 10.1038/s41467-017-01220-0)......
09.10.17
Fisch-Allergiker müssen nicht zwangsweise auf alle Fischarten verzichten
Luxemburg/Tromsø – Entgegen der bisherigen Empfehlungen, müssen doch nicht alle Fischallergiker komplett auf das Lebensmittel Fisch verzichten. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Annette Kühn......
21.08.17
Erdnussallergie: Orale Immuntherapie und Probiotika erzielen nachhaltige Wirkung
Melbourne – Die Kombination einer oralen Immuntherapie mit einem Probiotikum hat in einer Pilotstudie eine dauerhafte Toleranz auf Erdnüsse erreicht, die laut der Publikation in Lancet Child &......
15.08.17
Brandenburg will Koordinatorenstelle für Kampf gegen Ambrosia schaffen
Potsdam – Das Land Brandenburg will die Bekämpfung der Allergiepflanze Ambrosia künftig mit einer Koordinatorenstelle unterstützen. Darauf hätten sich mehrere Ministerien verständigt, antwortete die......
07.08.17
Pilotprojekt: Wespen- und Bienenstichallergie wird Teil der U-9
München – Ein Wespen- oder Bienenstich ist nicht nur schmerzhaft, er kann auch zu heftigen allergischen Reaktionen und sogar zum Tod führen. Darauf und auf ein neues Pilotprojekt des Landesamtes für......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige