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Medizin

Cushing-Syndrom: Diagnose durch Haaranalyse

Dienstag, 14. Februar 2017

Bethesda/Maryland – Ein Haartest könnte künftig die Diagnose eines Cushing-Syndroms erleichtern, einer seltenen aber lebensgefährlichen Hormonstörung, die rechtzeitig er­kannt gut behandelt werden kann. US-Forscher stellen den Test in Endocrine (2015; doi: 10.1530/endoabs.41.GP30) vor.

Das Cushing-Syndrom wird meistens durch einen Tumor in der Hypophyse ausgelöst, der das Steuerhormon ACTH in exzessiver Menge bildet. Der Tumor kann sich aber auch in der Nebenniere befinden, was eine Suppression der ACTH-Sekretion zur Folge hat. Bei beiden Formen kommt es zu einer gesteigerten Produktion von Cortisol. Zu den Folgen gehören Fettleibigkeit, hoher Blutdruck, hoher Blutzucker, hoher Cholesterinspie­gel sowie Müdigkeit und Depressionen.

Die Diagnose ist diffizil: Sie erfordert die mehr­mali­ge Cortisol-Bestimmung im 24-Stunden-Urin, einen Dexamethason-Test und die mitternächtliche Bestimmung von Cortisol in Plasma oder Speichel. Bei gesunden Men­schen kommt es in den Nacht­stunden zu einem Abfall der Hormonproduktion, die bei einem Tumor entfällt. Eine Haaranalyse könnte die Diagnose vereinfachen.

Ein Team um Mihail Zilbermint vom National Institute of Child Health and Human Deve­lop­ment in Bethesda/Maryland hat einen solchen Test jetzt in einer klinischen Studie untersucht. An der Studie nahmen zwar nur 30 Patienten mit Cushing-Syndrom teil. Dies sei aber Folge der niedrigen Inzidenz von jährlich nur 1 bis 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, erklärt Zilbermint.

Alle Patienten mit Cushing-Syndrom hatten deutlich erhöhte Cortisol-Konzentrationen im Haar. Die mittlere Konzentration in der Nähe des Haaransatzes betrug 96,6 pg/mg gegenüber 14,1 pg/mg bei den sechs gesunden Kontrollen. Es bestand eine enge Korrelation mit den Ergebnissen im 24-Stunden-Urin und den anderen Standardtests, berichtet Zilbermint.

Ob und wann der Test eingeführt wird, lässt die Pressemitteilung offen. Der nächste Schritt dürfte die Zulassung durch die US-Arzneibehörde FDA sein. © rme/aerzteblatt.de

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