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Ärzteschaft

Kompromissvorschlag für die Ausbildungsreform in der Pflege

Dienstag, 14. Februar 2017

/dpa

Berlin – Die Debatte um die Zukunft der Pflegeausbildung in Deutschland hält an. In ei­nem offenen Brief haben jetzt 33 Organisationen um die Deutsche Gesellschaft für Kin­der- und Jugendmedizin (DGKJ) die Pläne zu einer generalistischen Pflegeausbildung scharf kritisiert und einen Kompromissvorschlag vorgelegt. „Wir fordern eine Reform der Pflegeberufe, die unabhängig von politischen Erwägungen auch die Bedürfnisse kranker Kinder und die Qualität der Kinderkrankenpflege im Blick hat“, sagte der Generalsekretär der Fachgesellschaft Karl-Josef Eßer.

Das Bundeskabinett hatte bereits im Januar 2016 ein Gesetz zur Vereinheitlichung der drei Ausbildungswege zur Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege beschlossen. Ziel ist unter anderem, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Der Entwurf war gemein­sam von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) und Familienministerin Manuela Schwe­sig (SPD) eingebracht worden. Eine Verabschiedung im Parlament ist aber bislang we­gen großer Widerstände aus der Unionsfrak­tion nicht zustande gekommen.

„Qualitativ hochwertige Pflege für Kinder ist nicht vereinbar mit einer durchgehend gene­ra­listischen Ausbildung der Pflegekräfte. Kinderkrankenpflege braucht ein spezifisch auf die Pflege von Kindern vorbereitetes Personal“, schreiben die 33 Verbände in ihrem offe­nen Brief. Es sei „nicht nachvollziehbar (...), dass zukünftiges Kinderkrankenpflege­perso­nal nicht die notwendige Zeit zum Erlernen des professionellen Wahrnehmens der kindli­chen Signale erhält, um sie adäquat interpretieren und kompetent darauf reagieren zu können“, kritisieren die Verbände.

Sie betonen, wer Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger werden möchte, wolle keine Ausbildungszeiten in der Altenpflege absolvieren und auch möglichst wenig Einsatz­zeiten in der Erwachsenenpflege haben. „99 Prozent der Personen, die in der Kinder­kran­ken­pfle­ge tätig sind, lehnen laut einer repräsentativen Umfrage die generalistische Pflege­ausbildung ab“, schreiben die Verbände. Es sei zu befürchten, dass diejenigen, die an der Kinderkrankenpflege Interesse hätten, in alternative Ausbildungsberufe abwan­der­ten, bei denen sie die Garantie hätten, mit Kindern arbeiten zu können.

Die Verbände schlagen jetzt vor, das künftige Kinderkrankenpfleger während der Aus­bil­dung die Hälfte ihrer Zeit in Theorie und Praxis spezifisch für die Kinderkrankenpflege ausgebildet werden. „Dies wäre mit einem Modell mit zwei Jahren gemeinsamer Aus­bil­dung, in denen genau zu einem Drittel Kinderkrankenpflege vermittelt würde, und einem Jahr Spezialisierung gegeben“, so ihr Vorschlag. © hil/aerzteblatt.de

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