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Ausland

Gesundheit: EU-Parlament fordert Gleichstellung von Männern und Frauen

Mittwoch, 15. Februar 2017

Straßburg – Das EU-Parlament hat einen Initiativbericht zur Gleichstellung von Männern und Frauen in den Bereichen psychische Gesundheit und klinische Forschung verab­schie­det. Es gehe darum die „Kluft“ zwischen den Geschlechtern in diesem Bereich zu überbrücken, sagte die spanische Liberale Beatriz Becerra Basterrechea, die für den Bericht im Parlament mitverantwortlich ist.

Einen besonderen Fokus legte Becerra Basterrechea auf den uneingeschränkten Zu­gang von Frauen zu reproduktiver und sexueller Gesundheit. Dazu zähle auch die legale Abtreibung. Becerra Basterrechea kritisierte, dass ein Großteil der Ärzte in Italien etwa Ab­treibungen aus Gewissensgründen nicht durchführe. Das sei nicht akzeptabel.

Frauen in der Arzneimittelforschung unterrepräsentiert

Die Abgeordneten kritisierten zudem, dass einige Medikamente ausschließlich an Männ­ern getestet würden und Krankheiten, die nur Frauen beträfen, oft wenig erforscht seien. Zudem müsse auf die Unterschiede von Frauen und Männern bei der psychischen Ge­sund­heit geachtet werden. Frauen litten öfter und stärker an Depressionen, wohingegen Männer häufiger Selbstmord begingen oder dem Alkoholismus verfielen, so die Sozialde­mo­kratin Julie Ward aus Großbritannien, die ebenfalls an dem Bericht mitarbeitete.

Außerdem wird der Rat in dem Bericht aufgefordert „schnellstmöglich“ der Istanbul-Kon­vention des Europarats beizutreten, mit dem sich Organisationen und Staaten zum Kampf gegen Gewalt an Frauen verpflichten.

Liese gegen euro­pä­i­sche Vorgaben für Schwangerschaftsabbrüche

Der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) kritisierte den Bericht als in Teilen „ide­o­lo­gisch“ geprägt. „Der Titel des Berichtes hält nicht, was er verspricht“, sagte Liese. So wer­­de etwa der Zugang zu legalen und sicheren Abtreibungen gefordert. Das sei nicht das eigentliche Thema des Berichts gewesen, so der Abgeordnete. Er sprach sich für nationale Regelungen beim Zugang zu legalen und sicheren Abtreibungen aus. Euro­pä­i­sche Vorgaben sollten die „sorgfältige Debatte“ über Schwangerschaftsabbrüche nicht beeinflussen, sagte er.

Liese übte zudem Kritik an in dem Bericht geäußerten „ernsthaften Bedenken in Bezug auf die psychische Gesundheitsversorgung und entsprechenden Einrichtungen für weib­liche Flüchtlinge in Europa“. Seiner Einschätzung nach schöben Flüchtlinge, die kein An­recht auf Asyl hätten, häufig die psychische Gesundheit vor, um nicht ausreisen zu müs­s­en. „Wenn aus diesem Grund Abschiebungen nicht stattfinden, gefährdet das die Ak­zep­tanz der Aufnahme von wirklich Verfolgten und überfordert die Kommunen.“ © kna/aerzteblatt.de

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