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Politik

IQWiG stellt Infomaterial zu Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vor

Dienstag, 14. Februar 2017

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Einladungsschreiben sowie Infomaterial erstellt, das Frauen über die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs informieren soll. Diese sogenannten Entscheidungshilfen stellt das Institut zur Diskussion. Interessierte Personen und Institutionen können bis zum 14. März 2017 Stellungnahmen dazu abgeben.

Die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs gehört seit 1972 zum Leistungsangebot der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Im Augenblick reformiert der Gemein­sa­me Bundes­aus­schuss (G-BA) das Verfahren. Angelehnt an die Mammographie zur Früher­ken­nung von Brustkrebs soll ein „organisiertes Programm“ aufgebaut werden, zu dem die jeweilige Krankenkasse ihre Versicherten künftig schriftlich einlädt.

Eine zentrale gesetzliche Anforderung an das neue Screeningmodell ist, dass es Ver­si­cherten eine informierte Entscheidung ermöglichen soll. Dazu sollen die Vor- aber auch die Nachteile der Früherkennung allgemein verständlich, umfassend und ausge­wogen dargestellt werden. Dies soll das neue IQWiG-Material leisten.

Frauen zwischen 20 und 60 Jahren sollen künftig alle fünf Jahre angeschrieben und al­tersbezogen über das Screening informiert werden. Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren können weiterhin jährlich eine zytologische Untersuchung (Pap-Test) durch­führen lassen. Frauen ab 35 Jahren wird künftig eine Kombination aus Pap-Test und einem Test auf humane Papillomviren (HPV) angeboten, die sie alle drei Jahre in An­spruch nehmen können.

„Wie fast jede medizinische Maßnahme hat auch das Zervixkarzinom-Screening Nach­tei­le. Auch darüber müssen die Frauen im Bilde sein, andernfalls wäre ihnen eine infor­mier­te Entscheidung nicht möglich“, hieß es aus dem IQWiG. Zum einen seien die Tests nicht fehlerfrei, falschpositive und falschnegative Befunde seien möglich. Daher könne es zu Überbehandlungen kommen, es würden also auch solche Dysplasien entfernt, die sich nie zu einem Tumor entwickelt hätten. Dabei sei der operative Eingriff mit Risiken verbun­den. So treten etwa Frühgeburten nach einer Konisation häufiger auf.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.700 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1.500 bis 1.600 sterben daran. Seit den Arbeiten des deutschen Onkologen Harald zur Hausen und anderen gilt eine Infektion mit bestimmten HPV als Hauptursache des Zervix­karzinoms.

Das IQWiG hat das Infomaterial in einem strukturiertem Prozess erstellt: Zunächst haben die Kölner Wissenschaftler qualitative Studien recherchiert und ausgewertet, die der Fra­ge nachgingen, welche Informationsbedürfnisse Frauen in den jeweiligen Alters­gruppen haben.

In einem zweiten Schritt haben sie zwei altersspezifische Entschei­dungshilfen (20 bis 34 Jah­re, über 35 Jahre) im Umfang je einer 20-seitigen Broschüre erarbeitet. Die Bro­schü­ren wurden danach mit medizinischen Laien und Ärzten getestet und verbessert. Nach der öffentlichen Konsultation werden die Materialien bei Bedarf überarbeitet und erneut einem Nutzertest unterzogen. © hil/aerzteblatt.de

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