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Ausland

Sorgen um mehr chemische Drogen in Afghanistan

Mittwoch, 15. Februar 2017

Kabul – In Afghanistan breitet sich die Produktion und der Konsum von synthetischen Drogen aus. Das geht aus einem vorgestellten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor. Dieser befasst sich vor allem mit Meth­amphe­tamin, einer stimulierenden Substanz, die auch Meth oder Crystal Meth genannt wird. Af­gha­nistan galt bisher vor allem als Zentrum der Weltopiumproduktion. Rund 90 Prozent allen Opiums kommen aus dem asiatischen Land. Die Ernte war 2016 um 43 Prozent gewachsen.

Sicherheitskräfte hätten in den vergangenen Jahren mehr Methamphetamin sicherge­stellt, heißt es in dem Papier. Das sei Anlass zur Sorge. Es gebe außerdem mehr Berich­te über Meth-Laboratorien im Westen Afghanistans und höhere Zahlen von Abhängigen in Reha-Kliniken. Bisher waren Drogenexperten davon ausgegangen, dass Konsumen­ten chemischer Drogen mit 0,5 Prozent die kleinste Gruppe der wachsenden Zahl der Abhängigen ausmachen.

Die Autoren des Berichts betonen, dass es bisher kaum verlässliche Zahlen gebe. Das könne auch daran liegen, dass sich Sicherheitskräfte bisher fast nur auf den Opium- und Heroinhandel konzentrierten. Die Datenerfassung zu anderen Drogen sei kaum eta­bliert.

Ein anderes Problem sei die klare Identifizierung von Meth. Dealer und Konsumenten nutzten Codenamen wie „Glas“, „Eis“ oder „Tränen Gottes“, die teilweise auch für Heroin genutzt würden. © dpa/aerzteblatt.de

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