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Diabetes, Nikotin und Übergewicht sind Risikofaktoren des grauen Stars

Mittwoch, 15. Februar 2017

München – Auf die Auswirkungen einiger bekannter kardiovaskulärer Risikofaktoren auf die Ausbildung eines grauen Stars hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aufmerksam gemacht.

„Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Ziga­rettenrauch und starkes Überge­wicht sind wichtige Risikofaktoren, die die Trübung der Augenlinse beschleunigen, bis schließlich eine Operation nötig wird“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Sie fordert, Pa­tienten mit einem beginnenden grauen Star müssten über diese Risikofaktoren aufge­klärt und bei der Umsetzung eines gesünderen Lebensstils unterstützt werden.

In Deutschland leiden laut DOG fast zehn Millionen Menschen an der Linsentrübung. „Der graue Star ist eine echte Volkskrankheit und der häufigste Grund für Sehbehinde­rung weltweit“, sagte der DOG-Präsident Thomas Kohnen. Seiner Schätzung zufolge müssen Augenärzte in Deutschland mindestens 800.000 Augen pro Jahr wegen eines grauen Stars operieren.

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Dabei sei eine leichte Trübung der Augenlinse ab dem 60. Lebensjahr eine normale Al­terserscheinung.„Erst wenn sich die Trübung so verstärkt, dass sie das Sehen stark be­einträchtigt, muss die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt werden“, sagte Koh­nen, der die Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt leitet.

Studien deuteten darauf hin, dass der Lebensstil einen wesentlichen Einfluss darauf ha­be, wie schnell die Trübung voranschreite. „Es ist wichtig, dass wir als Augenärzte Pa­tien­ten darüber aufklären, wie sie selbst dazu beitragen können, das Fortschreiten eines grauen Stars zu vermeiden“, sagte Christian Ohrloff, Mediensprecher der DOG.

So sollte bei Menschen mit Diabetes auch zum Schutz der Augen der Blutzucker stets gut einge­stellt sein. Der Verzicht auf Zigaretten wiederum schütze gleichzeitig vor Erkran­kun­gen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems. „Auch eine ausgewogene, vitaminrei­che Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Augen gesund halten“, so Ohr­loff. © hil/aerzteblatt.de

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