Ausland

Polnische Regierung will Zugang zur „Pille danach“ einschränken

Donnerstag, 16. Februar 2017

Warschau – Die polnische Regierung will den Zugang zur „Pille danach“ wieder ein­schrän­­ken. Ein Regierungssprecher sagte heute im Nachrichtensender TVN24, Pillen zur Geburten­kontrolle gebe es „nur auf Rezept“, und es sollte „keine Ausnahme“ geben. Die von der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) geführte Regie­rung hatte gestern einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Das Parlament muss aber noch darüber befinden. Seit 2015 gibt es die „Pille danach“ in Polen frei im Verkauf.

Für Katarzyna Labedz von der Föderation für Frauen und Familienplanung, die für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch eintritt, wird durch die Pläne der Regierung der Sinn der „Pille danach“ zunichte gemacht. Diese müsse gerade ohne Verzögerung einge­nommen werden, um wirksam zu sein, sagte sie.

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Die seit November 2015 amtierende Regierung hat bereits staatliche Mittel für In-Vitro-Fertilisation und andere Formen der künstlichen Befruchtung gestrichen. Im vergange­nen Jahr versuchte sie, Schwangerschaftsabbrüche fast vollständig zu verbieten. Diese sollten künftig nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar be­droht ist.

Dagegen gingen an mehreren Tagen landesweit zehntausende schwarzgekleidete Frau­en auf die Straße. Das von der PiS des ehemaligen Ministerpräsidenten Jaroslaw Ka­czyns­ki beherrschte Parlament machte daraufhin einen Rückzieher.

Schon jetzt ist das polnische Abtreibungsrecht so restriktiv wie fast nirgendwo sonst in Europa. Erlaubt ist Abtreibung nur bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren, Hinweise auf eine schwere unheilbare Erkrankung des Fötus oder bei Vergewaltigung oder Inzest. Polens mächtige katholische Kirche unterstützt ein voll­stän­diges Abtreibungsverbot. © afp/aerzteblatt.de

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