Medizin

Was Duftrezeptoren am Herzen tun

Freitag, 17. Februar 2017

Bochum – Die Funktion von Riechrezeptoren am Herzen haben jetzt Forscher um Niko­lina Jovancevic und Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum beschrieben. So rea­giert einer der Rezeptoren auf Fettsäuren, die sich gehäuft im Blut von Diabetikern fin­den. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Basic Research in Cardiology erschienen (2017; doi: 10.1007/s00395-017-0600-y).

Die Forscher analysierten das Erbgut von Herzmuskelzellen mit modernen Gensequen­zier­techniken. Sie fanden aktive Gene für zehn verschiedene Riechrezeptoren. Ein Re­zeptor namens „OR51E1“ kam besonders häufig vor.

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Wie Herzzellen auf Duftstoffe reagieren /youtube, Ruhr-Universität Bochum

Für weitere Versuche stellten die Forscher zusammen mit dem Labor von Jürgen He­sche­ler von der Universität zu Köln Herzmuskelzellen aus embryonalen Stammzellen und menschlichen Hautzellen her. Darin aktivierten sie den Rezeptor OR51E1 mit dem Duft­stoff Nonan/Decansäure. Er verminderte die Schlagfrequenz der gezüchteten Miniherzen – und zwar umso stärker, je höher die Konzentration des Duftstoffs war. Entfernten die Forscher den Duftstoff, schlugen die Miniherzen wieder normal.

Zusam­men mit Henrik Milting vom Herz-und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen unter­such­ten die Bochumer Forscher auch Muskelzellen aus explantierten Herzen von Patien­ten. Aktivierten sie den Rezeptor OR51E1 mit dem Fettsäureduft, reduzierte sich die Herz­kraft. „Bei Menschen kommen die Fettsäuren, die an OR51E1 andocken kön­nen, im Blut und Herz-Fettgewebe in einer Konzentration vor, die ausreicht, um den Rezeptor zu aktivieren“, betonen die Wissenschaftler. Besonders im Blut von Diabetikern lägen die Fettsäuren in erhöhten Konzentrationen vor. Das könnte sich negativ auf die Herzfunk­tion von Diabetikern auswirken.

„Der Einsatz eines Blockers könnte in Zukunft helfen, die durch solche mittellangen Fett­säuren erzeugten negativen Wirkungen auf das menschliche Herz zu reduzieren – vor allem bei Patienten mit erhöhten Fettsäurewerten im Blut“, vermutet Hanns Hatt, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Zellphysiologie. © hil/aerzteblatt.de

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