Ärzteschaft

Lungenärzte empfehlen Funktionstests für Raucher

Donnerstag, 16. Februar 2017

Berlin – Jeder Raucher sollte eine Messung der Lungenfunktion erhalten, um frühe An­zeichen von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Lungenkrebs zu er­kennen. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) gefordert. Darüber hinaus sollte Rauchern mit einer chronischen Lungener­kran­kung eine professionelle Tabakentwöhnung angeboten werden.

Der Fachgesellschaft zufolge verursacht Rauchen 85 Prozent aller Fälle der sehr häufi­gen Lungenerkrankung COPD. Eine ähnliche Quote gelte für den Lungenkrebs – die dritthäufigste und gleichzeitig tödlichste Krebserkrankung in Deutschland. Trotzdem ord­nen laut DGP die wenigsten Ärzte einen Lungenfunktionstest an, solange ihre Patienten keine Beschwerden haben.

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„Dabei nehmen die meisten Raucher die frühen Symptome einer Lungenerkrankung – wie etwa Raucherhusten – kaum wahr, weil sie sich schon daran gewöhnt haben“, sagte DGP-Präsident Berthold Jany. Sobald Betroffene erste Beschwerden wahrnehmen, seien viele Lungenerkrankungen schon weit fortgeschritten. Eine frühe Diagnose dage­gen er­höhe die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

Zudem empfiehlt die DGP, dass jeder Patient, der an COPD, Asthma, Lungenkrebs oder Lungenfibrose leidet, an einem strukturierten Tabakentwöhnungsprogramm teilnimmt. „Je schneller Betroffene das Rauchen aufgeben können, desto mehr verbessern sich Symp­tome wie Atemnot, Husten und Atemwegsentzündungen“, so Jany. Er verwies auf Lang­zeitstudien, nach denen die Sterblichkeit unter Patienten, die das Rauchen aufge­ben, deutlich sinkt. © hil/sb/aerzteblatt.de

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