NewsPolitikBelegärzte kritisieren Änderungen bei DRGs
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Belegärzte kritisieren Änderungen bei DRGs

Donnerstag, 16. Februar 2017

Düsseldorf – Die belegärztliche Versorgung von Patienten droht, weiter ausgedünnt zu wer­den. Davor hat die OcuNet-Gruppe gewarnt, ein verbandlicher Zusammenschluss von 19 bundesweit tätigen augenmedizinischen Zentren mit mehr als 180 Standorten und angeschlossenen Belegabteilungen. Grund sind Neukalkulationen bei den Diagno­se­be­zo­genen Fallgruppen (Diag­no­sis Related Groups – DRGs). Diese haben laut OcuNet ne­gative Konsequenzen im Hinblick auf die Honorierung belegärztlicher augen­ärztlicher Leistungen für Kranken­häuser – ohne dass dies an sich gewollt wäre.

Demnach wurden zum 1. Januar die Sachkostenanteile aller DRGs um 5,75 Prozent ab­ge­wertet. Gleichzeitig stiegen die Infrastruktur- und Personalkostenanteile in den DRGs pauschal um 1,3 Prozent. Unter dem Strich ändert sich dadurch in der Summe aller DRGs nichts, heißt es dazu aus der OcuNet-Gruppe. Doch die Veränderungen in einzel­nen Bereichen seien erheblich. Das betreffe zum einen alle Fälle, in denen relativ hohe Sachkosten anfallen und die nun pauschal deutlich abgewertet würden. Zum anderen sei­en sämtliche Belegabteilungen die Verlierer.

Anzeige

Belegärzte sind dem ambulanten Versorgungsbereich zugeordnet und werden deshalb für ihre belegärztliche Tätigkeit von den Kassenärztlichen Vereinigungen vergütet. Laut OcuNet bedeutet die Änderung der Kalkulationssystematik für Krankenhäuser, dass ihre Belegabteilungen seit Jahresbeginn zwar Abschläge für Sachkosten hinnehmen müs­sen, sie aber nicht wie die Hauptabteilungen in vollem Umfang von den Aufwertungen der Personalkosten profitieren können.

Denn die Arztkosten seien in belegärztlichen DRGs, anders als in Hauptabteilungs­-DRGs, nicht enthalten. Dadurch komme es zu einer Umverteilung von Geldern – weg von den bisherigen ohnehin schon geringer bewerteten belegärztlichen DRGs, hin zu den aktuellen Hauptabteilungs-DRGs. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. März 2019
Hamburg – Die Krankenkassen in Hamburg stellen im laufenden Jahr rund 2,2 Milliarden Euro für stationäre Behandlungen bereit. Darauf haben sich Krankenkassen und Hamburgische Krankenhausgesellschaft
Hamburgs Krankenhäuser erhalten mehr Geld für Behandlungen
14. Januar 2019
Berlin – Die jeweiligen Krankenkassenverbände haben mit der Berliner Krankenhausgesellschaft sowie der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB) für das laufende Jahr neue Landesbasisfallwerte
Neue Krankenhausentgelte für Berlin und Brandenburg vereinbart
10. November 2018
Berlin – Der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, hat die Herausnahme der Personalkosten aus dem DRG-System auch für Ärzte und andere Berufsgruppen im Krankenhaus gefordert. Henke
Marburger Bund fordert Ausgliederung von Personalkosten für Ärzte aus DRG-System
1. Juni 2018
Berlin – Die Bundesregierung will das diagnosebezogene Fallpauschalensystem (DRG) zur Krankenhausfinanzierung verändern und die Personalkosten für die Pflege künftig aus den Berechungen herausnehmen.
Petition: Alle Personalkosten aus Fallpauschalensystem ausgliedern
24. Mai 2018
Hamburg – Krankenkassen und Hamburgische Krankenhausgesellschaft haben sich für das laufende Jahr auf einen Finanzrahmen für Krankenhausbehandlungen geeinigt. Danach stellen die Krankenkassen rund 2,2
Kassen und Kliniken in Hamburg einigen sich auf Landesbasisfallwert
16. März 2018
Erfurt – Die Krankenkassen in Thüringen haben die Vergütung für die Behandlung von Krankenhauspatienten aufgestockt. Die Kliniken erhalten dafür in diesem Jahr rund 2,21 Milliarden Euro, teilten die
Mehr Geld von Krankenkassen für Klinikbehandlungen in Thüringen
16. Februar 2018
Berlin – Die Preise für ärztliche Leistungen sind seit dem Jahr 2013 im Krankenhausbereich doppelt so stark angestiegen wie in den Arztpraxen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Zentralinstituts
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER