Politik

Perinatalzentren sollen Personalmangel melden

Freitag, 17. Februar 2017

Berlin – Perinatalzentren sollen künftig unverzüglich melden, wenn sie die vom Gemein­sa­men Bundesausschuss (G-BA) festgelegten Personalvorgaben nicht erreichen. Das hat der G-BA entschieden. Damit geht die Auseinandersetzung um die Personalvorga­ben in den Zentren in die nächste Runde. Das Bundesministerium für Gesundheit kann die neue Meldepflicht allerdings noch beanstanden.  

Hintergrund ist, dass der G-BA Qualitätsvorgaben für Perinatalzentren vorgibt – und dies bereits im Jahr 2013 über konkrete Personalvorgaben getan hat. Danach muss auf der ne­onatologischen Intensivstation eines Perinatalzentrums jederzeit mindestens ein Kin­derkrankenpfleger je intensivpflichtigem Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm verfügbar sein.

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Bei intensivüberwachungspflichtigen Frühgeborenen gilt ein Schlüssel von eins zu zwei. Zudem müssen 40 Prozent der Pflegekräfte auf neonatologischen Intensivstationen Kinderkrankenpflegekräfte sein, die die Fachweiterbildung „pädiatrische Intensivpflege“ absolviert haben. In Level-2-Zentren gibt der G-BA einen Anteil von 30 Prozent vor.

Allerdings erreichen viele Zentren die Vorgaben nicht. Im Dezember vergangenen Jah­res hat der G-BA daher gegen die Stimmen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kran­ken­versicherung und unter Protest der Patientenvertreter den Kliniken eine Frist bis En­de 2019 gewährt.

Durch die jetzt beschlossene Meldepflicht der Perinatalzentren will der G-BA sicherstell­en, über die Umsetzung der Vorgaben besser informiert zu sein, als in den vergangenen Jahren. Hatte der unparteiische G-BA-Vorsitzende Josef Hecken doch im vergangenen Herbst erklärt, ihn habe der Fachkräftemangel, der offenbar bei den Pflegekräften mit entsprechender Weiterbildung herrsche, überrascht. © hil/aerzteblatt.de

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