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Zigarettenwerbung: Herzstiftungen fordern Verbot

Dienstag, 21. Februar 2017

/dpa

Berlin – Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung haben den Bundes­tag aufgefordert, Zigarettenwerbung auf Plakaten und im Kino endlich zu ver­bieten. „Lei­der verhindern diesen notwendigen Schritt immer noch Bundestagsabge­ord­nete mit Lob­by­interessen in der Zigarettenindustrie“, kritisierte Helmut Gohlke, Vor­standsmitglied der Deutschen Herzstiftung, heute. Der Kardiologe verwies auf Wider­stand aus Teilen der CDU und CSU gegen ein solches Gesetz im Spätsommer 2016.

Gohlke betonte, es gebe „keinen rationalen oder rechtlichen Grund“, das Gesetz weiter­hin zu blockieren, zu dessen Umsetzung sich die Bundesregierung bereits vor elf Jahren verpflichtet habe. Deutschland hat das ratifizierte Rahmenübereinkommen zur Ein­dämm­ung des Tabakgebrauchs der Weltgesundheitsorganisation seit 2005 nicht umgesetzt. Da­mit ist die Bundesrepublik das einzige Land in Europa, das die Außenwerbung für Zi­garetten noch erlaubt.

Verbot längst überfällig

„Das längst überfällige Tabakwerbeverbot schützt unsere Kinder und Jugendlichen und er­leichtert den Personen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, den Ausstieg aus deren Tabakabhängigkeit. Gerade unsere rauchenden Herzpatienten berichten immer wieder, wie schwer es ist, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sie an jeder Straßenecke Ziga­retten­werbung sehen“, betont auch Herzstiftungs-Geschäftsführer Martin Vestweber.

Der neuerliche Appell der Herzstiftungen unterstützt die Appelle von Gesundheits­minister Hermann Gröhe (CDU) und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mort­ler (CSU). „Es kann doch nicht sein, dass wir mit einigen Millionen Euro aus dem Bundes­haushalt Tabakprävention in Schulen machen, es aber gleichzeitig zulassen, dass die Un­ternehmen mit einem Vielfachen unseres Budgets auf dem Schulweg unserer Kinder Tabakwerbung aufstellen“, sagte Mortler. Sie fügte hinzu: „Die Forschung zeigt uns zu alledem, dass Tabakwerbung gerade bei Jugendlichen Wirkungen erzielt.“

Mortler und Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU), dessen Haus die Fe­der­führung bei dem Gesetzesvorhaben hat, wollen noch in dieser Legislaturperiode das Außenwerbeverbot durchsetzen.

© hil/aerzteblatt.de

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