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Politik

Akademisierung der Gesundheitsberufe stockt weiter

Donnerstag, 23. Februar 2017

Düsseldorf/Berlin – Die Verzögerungen bei der Akademisierung von Gesundheits­berufen hat die nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Steffens (Grüne) kritisiert. „Die Modellstudiengänge sind inzwischen erfolgreich erprobt. Die Studiengänge sind be­liebt und tragen dazu bei, dass in wichtigen Gesundheitsberufen gut qualifizierter Nach­wuchs ausgebildet wird“, erklärte Steffens anlässlich eines Fachgesprächs mit Vertreten von Modellhochschulen in Düsseldorf. Leider hätten die positiven Ergebnisse der Be­gleit­forschung aber nicht dazu geführt, dass der Bund die akademischen Aus­bildungs­gänge in einen Regelbetrieb überführt habe.

Der Bund hatte in den vergangenen Jahren in den Berufsgesetzen der Alten- und Kran­ken­pflege, der Geburtshilfe, der Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie Modell­klau­­seln aufgenommen. Ziel war, die Akademisierung in den Pflege- und Gesundheits­fachberufen zu erproben.

Seit 2010 bieten die Modellhochschulen an insgesamt sieben Standorten in Nordrhein-Westfalen 422 Studienplätze für ein Bachelorstudium in den Gesundheitsfachberufen an. Diese wurden bereits im Jahr 2014 erfolgreich evaluiert. Dennoch hat der Bundes­gesetz­geber die von vielen Experten erwartete sogenannte Entfristung der Modellklau­seln ge­setzgeberisch nicht umgesetzt. Durch das dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG III) hat er Ende 2016 die Modellklauseln in den Berufsgesetzen der Ergotherapie, Physio­therapie, Logopädie und der Hebammenkunde vielmehr bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

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„Damit vergrößert der Bund den seit Jahren bestehenden fachlichen und rechtlichen Re­formstau bei den Pflege- und Gesundheitsfachberufen“, so Steffens. Sie betonte, die Hochschulen brauchten die Überführung in den Regelstudienstatus, um Planungs­sicher­heit und klare rechtliche Strukturen zu erhalten. „Der Bund aber drückt sich vor wichti­gen Reformen der Gesundheitsberufe und schiebt die Novelle der Berufsgesetze auf die lange Bank. Dadurch werden im Jahr 2021 beispielsweise das Logopädengesetz 41 Jahre und das Ergotherapeutengesetz bereits über 45 Jahre alt sein“, kritisierte Steffens. © hil/aerzteblatt.de

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