NewsAuslandWHO: Millionen leiden an Depressionen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

WHO: Millionen leiden an Depressionen

Donnerstag, 23. Februar 2017

/Christa El Kashef, pixelio.de

Genf – Die Zahl der Menschen mit Depressionen steigt weltweit rasant. Nach einer Stu­die der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) waren 2015 rund 322 Millionen Men­schen betroffen, 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das waren gut 18 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Der Anstieg sei vor allem auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen und die länge­re Lebenserwartung, da besonders ältere Menschen betroffen seien, sagte einer der Au­toren der Studie, Dan Chisholm, heute in Genf. „Depression ist heute weltweit die Haupt­ursache für Lebensbeeinträchtigung.“ Zum Vergleich: Rund 35 Millio­nen Menschen leben mit Krebs. Der Weltgesundheitstag am 7. April steht unter dem Motto: „Depression – lass uns reden“.

Für Deutschland schätzt die WHO die Zahl der Menschen mit Depressionen auf 4,1 Milli­onen, 5,2 Prozent der Bevölkerung. 4,6 Millionen Menschen lebten mit Angststörun­gen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe spricht von einer Volkskrankheit. Depressio­nen gehörten zu den häufigsten und mit Blick auf die Schwere am meisten unterschätz­ten Erkrankungen.

Anzeige

Die WHO sieht besonderen Handlungsbedarf bei Jugendlichen, Frauen vor und nach der Geburt sowie älteren Menschen. „Die heutige Jugend steht wie keine andere Gene­ration vor ihr unter Druck“, so Chisholm. Bei Social Media sei noch nicht völlig klar, inwie­fern sie zu Angststörungen und Depressionen beitragen können. „Wir sind be­sorgt“, meinte er je­doch. Lehrer und psychologische Berater an Schulen müssten besser ausgebildet sein, um gefährdete Kinder zu erkennen. „Schulen müssen mehr Lebenskompetenz vermitteln, um die Widerstandsfähigkeit der Kinder gegen Druck von außen zu stärken.“

Mehr Frauen als Männer weltweit hätten Depressionen, hieß es von der WHO weiter. Stärker als der Durchschnitt litten zudem Menschen zwischen 55 und 74 Jahren an De­pressionen. In der Altersgruppe seien 7,5 Prozent der Frauen und 5,5 Prozent der Män­n­er betroffen. Bei etwa gleich vielen Menschen würden Angststörungen diagnos­tiziert, so die WHO. Viele Menschen hätten Depressionen und Angststörungen.

Um die weltweite Belastung mit Krankheiten zu messen, addiert die WHO die Jahre, die Menschen mit einer bestimmten Krankheit leben (YLD – Years Lived with Disability). Im Fall der Depressionen kommt sie auf 50 Millionen Jahre. Das sind 7,5 Prozent aller Krank­heitsjahre – mehr als jede andere Krankheit zur Statistik beiträgt. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2018
Chicago – Die Polypharmazie führt dazu, dass immer mehr Patienten gleich mehrere Wirkstoffe verschrieben bekommen, zu deren Nebenwirkungen depressive Verstimmungen gehören. In einer Querschnittstudie
Depressionen häufige Nebenwirkung von Medikamenten
11. Juni 2018
Amsterdam – Depressionen haben bei älteren Menschen eine schlechtere Prognose. Die Episoden dauern länger und laut einer Langzeituntersuchung in Lancet Psychiatry (2018; doi:
Depressionen bei älteren Menschen hartnäckiger
28. Mai 2018
Sydney – Körperliche Betätigung wirkt dem Aufkommen von Depressionen entgegen, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand und Herkunft. Das berichtet eine internationale Arbeitsgruppe mit
Sport senkt Risiko für Depressionen
16. Mai 2018
Glasgow – Kommt der zirkadiane Rhythmus aus dem Takt, kann dies psychische Störungen begünstigen. In einer Beobachtungsstudie mit mehr als 91.000 Menschen haben Forscher der University of Glasgow
Innere Uhr könnte Risiko für Depressionen und bipolare Störungen beeinflussen
24. April 2018
Köln – Eine Spezialambulanz für Altersdepressionen hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln eingerichtet. Sie verbindet die Diagnostik der Erkrankung und verschiedene
Neue Spezialambulanz für Altersdepressionen in Köln
17. April 2018
Titusville/New Jersey – Eine zweimal wöchentliche intranasale Behandlung mit Esketamin, dem linksdrehenden Enantiomer von Ketamin, hat in einer Phase-2-Studie die Depressionen von Patienten mit akuter
Depressionen: Ketamin als Nasenspray beseitigt rasch Suizidgedanken
16. April 2018
Boston – Kann eine spezielle Analyse des Elektroenzephalogramms (EEG) die Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie der Major-Depression voraussagen? Nach einer Studie in JAMA Psychiatry (2018; doi:

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER