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Ausland

Mögliche Homöopathie-Tote in USA: Entwarnung für Deutschland

Donnerstag, 23. Februar 2017

Berlin – In den USA sind möglicherweise mehrere Kinder an bestimmten homöopathi­sch­en Präparaten gestorben – für Deutschland gibt die zuständige Behörde Entwar­nung. „Mit Blick auf den Patientenschutz gibt es in Deutschland weitergehende Rege­lungen, die gewährleisten, dass die Sicherheit von homöopathischen Arzneimitteln vorab durch das BfArM geprüft wird“, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Me­dizinprodukte (BfArM) heute. Vergleichbare Fälle seien hierzulande so nicht denkbar.

Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA warnt schon seit 2010 vor homöopathi­schen Präparaten, die zu hohe Konzentrationen von Tollkirsche enthalten können. Der Tod von zehn Kindern und 400 Fälle von Nebenwirkungen würden derzeit untersucht, hieß es kürzlich von der FDA. Die Mittel sollen bei zahnenden Kindern Schmerzen lindern.

„Die Antwort des Körpers auf Tollkirsche bei Kindern unter zwei Jahren ist unvorher­seh­bar und setzt die Kinder einem unnötigen Risiko aus“, sagte Janet Woodcock von der FDA. Eltern sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Kind etwa Schwie­rig­keit­en beim Atmen habe, lethargisch oder übertrieben müde sei oder Schwierigkeiten beim Urinieren habe.

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Die US-Behörde rät Eltern, ihren Kindern die Produkte nicht mehr zu verabreichen und sie zu entsorgen. Ein Hersteller nahm laut FDA betroffene Mittel bereits vom Markt. Ein weiterer Hersteller schreibt auf seine Internetseite, dass die Tabletten nicht mehr in den USA vertrieben würden. Die FDA hat die Tabletten nach eigenen Angaben vor deren Markt­einführung weder auf ihre Sicherheit noch auf ihre Wirkung geprüft. Es seien keine posi­tiven Effekte der Prä­parate bekannt.

Laut BfArM gibt es in Deutschland zwar auch homöopathische Mittel, die Tollkirsche ent­halten. Allerdings seien sie entsprechend verdünnt und auf Unbedenklichkeit geprüft, be­vor sie auf den Markt kommen. Bislang seien keine Fälle bekannt, bei denen Men­schen zu Schaden kamen, sagte der BfArM-Sprecher.

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zeigte sich bestürzt. Der Ver­band betonte aber auch, bei korrekter Herstellung betrage die Menge am Gift der Toll­kirsche im Medikament etwa 0,0000000000001 mg. „Bei dieser Men­ge an Wirkstoff ist eine Vergiftung von Patienten nicht möglich“, hieß es. Dem DZVhÄ zufolge wäre es „ein Fehlschluss, aus einem Herstellungsfehler abzuleiten, dass die Homöopathie als Thera­pie­option gefährlich sei“. © dpa/aerzteblatt.de

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