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Seltene Geburt: Drillinge ohne Kaiserschnitt geboren

Donnerstag, 23. Februar 2017

Filderstadt – Eine Frau hat in Filderstadt ohne Kaiserschnitt Drillinge zur Welt gebracht. „Sie kamen in der 35. Woche, das ist außergewöhnlich“, sagte Hauke Schütt, Chefarzt der Gynäkologie der Filderklinik, heute. Die meisten Drillinge würden schon einige Wo­chen früher und fast immer per Kaiserschnitt geholt. Zudem handelte es sich nicht um eine künstliche Befruchtung.

„Das ist schon eine extreme Rarität“, bestätigte Marie-Louise Paul vom ABC-Club, einer Initiative für Drillings- und andere Mehrlingsfamilien. Ihr sei nur ein weiterer Fall bekannt, bei dem Drillinge nicht per Kaiserschnitt geboren wurden. Die Mutter stammt aus Tune­si­en und lebt mit ihrem Mann seit eineinhalb Jahren in Deutschland.

Laut dem Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, ist eine deutlich zu frühe Geburt bei Drillingen eigentlich die Regel. „Dabei wird man einerseits versuchen, den Zeitpunkt der Geburt so weit wie möglich hinauszuzögern, damit sich die Kinder noch im Mutterleib entwickeln können“, sagte er. Andererseits müsse die Schwan­ger­schaft aber auch beendet werden, bevor Mutter und Kinder einen gesundheitlichen Schaden nähmen.

Die Geburt am 16. Februar begleiteten rund 25 Ärzte, Hebammen und Krankenschwes­tern. „Dafür mussten wir alle Kräfte mobilisieren“, sagte Schütt. Die zwei Mädchen und der Junge kamen innerhalb von 49 Minuten zur Welt. Alle drei Kinder sind gesund und mussten nicht beatmet werden.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsgeburt wird laut dem Berufsverband der Frau­enärzte nach der Hellin-Regel geschätzt. Danach liegt die Wahrscheinlichkeit für Drillinge bei 1 zu 7.000. Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes kamen 2015 rund 250 Drillinge zur Welt. Die Zahl hat sich vor allem durch künstliche Befruchtungen seit Mitte der 1980er-Jahren erhöht. Davor lag sie bei etwa hundert Geburten im Jahr. © dpa/aerzteblatt.de

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