Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mecklenburg-Vor­pommern: Streit um schulärztliche Untersuchungen

Montag, 27. Februar 2017

Schwerin – Längst nicht alle Schüler in Mecklenburg-Vorpommern kommen in den Ge­nuss der gesetzlich vorgeschriebenen ärztlichen Schuluntersuchungen. Im Schuljahr 2015/16 sahen zum Beispiel nur 49,1 Prozent aller Viertklässler im Landkreis Rostock den Schularzt, in der achten Klasse waren es sogar nur elf Prozent. Im Landkreis Lud­wigslust-Parchim wurden 58,1 Prozent der Viert- und 12,9 Prozent der Achtklässler un­ter­sucht. Im Durchschnitt des Landes lag der Wert bei 74,9 Prozent der Viertklässler und 40,6 Prozent der Achtklässler. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor.

Dabei gibt es eine Verpflichtung, wie die Stadt Schwerin auf ihrer Internet­sei­te erläutert. „Die Schüler werden in der vierten und achten Klasse nach anderen Kriterien als beim Arztbesuch untersucht und beraten, auch bezüglich empfehlenswerter Impfungen“, heißt es dort. In Schwerin gab es die Schulreihenuntersuchung im Schuljahr 2015/16 laut Landesregie­rung allerdings jeweils nur für gut die Hälfte der Viert- und Achtklässler.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, bezeichnete die Situation als dramatisch. „Ich kann nicht davon reden, dass ich ein Gesundheitsland bin, wenn ich es nicht mal schaffe, die eigenen Kinder zu untersuchen, obwohl ich gesetzlich dazu ver­pflich­tet bin“, sagte sie an die Adresse des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums gerichtet. Ein Minis­teriumssprecher verwies auf Schwierigkeiten, Ärzte für eine Tätigkeit im öffent­lichen Ge­sund­heitsdienst zu gewinnen. „Eine mögliche Ursache hierfür sind Einkom­mensunter­schie­de im Vergleich mit Ärzten in Krankenhäusern und Praxen“, sagte er.

Seit Jahren gibt es Probleme mit den Schulreihenuntersuchungen. Die Lage hat sich nur leicht verbessert. So waren im Schuljahr 2013/14 im Landkreis Rostock 29,6 Prozent der Viertklässler untersucht worden, von den Achtklässlern sogar nur 5,5 Prozent. Als Grund für die Situation gilt ein Mangel an Amtsärzten in den Kommunen.

Auch die zahnärztlichen Schuluntersuchungen sind lückenhaft, vor allem in den höheren Klassen. „Je älter die Schüler, desto katastrophaler die Lage“, sagte Oldenburg. Nach Angaben der Landesregierung wurden im Schuljahr 2015/16 in den Klassen eins bis vier noch 81,7 Prozent der Schüler zahnärztlich in der Schule untersucht. In den Klassen fünf und sechs waren es 52,6 und in den Klassen sieben bis zwölf nur noch 36,2 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. April 2018
Schwerin – Die Zahl der medizinischen Rettungseinsätze in Mecklenburg-Vorpommern ist deutlich angestiegen. 2016 wurden die Rettungssanitäter etwa 123.000 Mal gerufen. Damit stieg die Zahl der Fälle
Defizite bei Rettungseinsätzen in Mecklenburg-Vorpommern
23. März 2018
Schwerin – Die vom Land geförderten Familienhebammen haben im Jahr 2016 nach Angaben des Sozialministeriums etwa 400 junge Familien in ihrem Alltag unterstützt. Anfang 2018 sei zusätzlich der „Fonds
Familienhebammen in Mecklenburg-Vorpommern helfen mehr als 400 Familien
23. März 2018
Berlin – Eltern von Neugeborenen haben zukünftig Anspruch auf eine weitere Vorsorgeuntersuchung. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Am vergangenen Freitag ist ein
Neugeborenenscreening wird erweitert
23. März 2018
Berlin – Psychologenverbände haben mehr Schulpsychologen in Deutschland gefordert. Die Versorgung mit Schulpsychologen sei nach wie vor mangelhaft und bleibe „weit hinter dem zurück, was die
Verbände fordern mehr Schulpsychologen in Deutschland
21. März 2018
Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Ge­sund­heits­mi­nis­ter Harry Glawe (CDU) hat heute in der Rostocker Unimedizin die ersten speziellen Medizinstipendien gegen den Landärztemangel an 16 Studierende
Stipendien an Nachwuchsärzte in Mecklenburg-Vorpommern überreicht
19. Februar 2018
Schwerin – Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern beklagt teilweise erhebliche Personallücken in den staatlichen Gesundheitsämtern und befürchtet negative Folgen für die Schülergesundheit in
Sorgen um Gesundheitskontrollen bei Schülern in Mecklenburg-Vorpommern
16. Februar 2018
Potsdam – An Grundschulen hat jedes zweite Kind die Hilfe von Schulkrankenschwestern, extra für diese Aufgabe ausgebildeten früheren Kinderkrankenschwestern, in Anspruch genommen. Darauf hat

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige