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Klinikmanagement: Waschraumservice erspart Reinigungspersonal unnütze Kontrollgänge

Freitag, 3. März 2017

Spenderkontrolle per Tablet im vernetzten Waschraum /CWS bosco International GmbH

Coburg – Waschräume gehören in Krankenhäusern zu den wartungsintensivsten Räumen. Eine neue Technik sorgt nun dafür, dass der Füllstand von Seifenspendern, Handtuchrollen oder Toilettenpapierhaltern vollautomatisch überwacht und an das Reinigungspersonal gemeldet wird. Im Zentrum des „CWS Washroom Information Service“ (WIS) stehen dabei Sensoren und Funktechnik. Die Entwicklung ist weitgehend abgeschlossen, bereits im ersten Quartal 2017 startet ein stufenweiser Feldtest mit einem Pilotkunden.

„In Waschraum 17 im dritten Stock gehen die Handtücher zur Neige, in Waschraum 21 im vierten Stock ist die Seife aufgebraucht und in 26 wird Toilettenpapier knapp.“ Mit solchen Informationen schon vorab ausgestattet können Mitarbeiter des Reinigungsper­so­nals in Zukunft ihre Rundgänge besser planen. Genau dafür hat das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS den automatischen Waschraum-Service WIS entwickelt. Gemeinsam mit der CWS-boco International GmbH entstand eine Sensor­technik mit Funksystem, die den Wartungsaufwand deutlich reduzieren soll. Feder­führend ist Thomas Wieland, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Drahtlose Sensorik in Coburg.

WIS nutzt unterschiedliche Messmethoden, um das Reinigungspersonal zu informieren. Beim Seifenspender etwa registriert ein optischer Sensor den Füllstand. Zusätzlich holt sich das Sensormodul die Daten des internen Zählers im Seifenspender, der jede abgegebene Portion registriert. Optische Systeme finden auch beim Toilettenpapier Verwendung, während beim Handtuchspender wieder die Portionszählung greift. Neue Geräte wie etwa Mülleimer können mit eigenen Sensorsystemen nachträglich integriert werden.

Funknetz konfiguriert sich selbst

Die Daten gehen dann über Bluetooth 4.0 LE (Low Energy) zur nächstgelegenen „Washroom Control Unit“ (WCU). Diese agiert als Kommunikationsknoten. WCUs sind im ganzen Gebäude verteilt und untereinander vernetzt. Störungen in der Funkstrecke oder ein Geräteausfall werden im Funknetz automatisch kompensiert. Erst, wenn alle Daten gesammelt sind, sendet die letzte WCU in der Übertragungskette das gesamte Datenpaket an ein Gateway, das meist an der Außenseite des Gebäudes angebracht ist.

Von da werden die Infos über Mobilfunk an eine visuelle Bedienoberfläche weitergelei­tet. Der zuständige Schichtleiter kann die Waschraum-Infos als Schichtplan ausdrucken oder an die Tablet-PCs der Mitarbeiter schicken. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein Display im Eingangsbereich des Waschraums darstellt, was jeweils zu tun ist.

Doch die Fraunhofer-Forscher denken nicht nur an Waschraum-Services. Die draht­losen Sensoriknetze eignen sich beispielsweise in der Landwirtschaft zum Überwachen von Anbauflächen. In Städten könnten Sensoriknetze die Wasserqualität von Flüssen prüfen. Bei Brücken und anderen Bauwerken kontrollieren Sensoren die Stabilität. Sogar im Bereich Gesundheit eröffnet die Technik neue Möglichkeiten. So ließen sich die Sen­so­ren in Textilien integrieren und dann die Bewegungsabläufe des Patienten in einer Physiotherapie kontrollieren. © gie/idw/aerzteblatt.de

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