Medizin

Alzheimer: Nutzen von kognitivem Training bleibt unbelegt

Sonntag, 5. März 2017

Helsinki – Für die These, dem Verlauf einer Alzheimererkrankung durch kognitives Training begegnen zu können, gibt es nach einer Übersichtsarbeit im Journal of Aelzheimer’s Disease kaum Belege. Die Arbeitsgruppe um Eeva-Liisa Kallio an der University of Helsinki stellte dies bei der Auswertung von mehr als 30 Studien fest (2017; doi: 10.3233/JAD-160810).

Da für einen Großteil der Demenzformen nur sehr limitierte Möglichkeiten der Pharma­kotherapie existieren, haben viele Patienten Interesse an Maßnahmen, ihre kognitiven Fähigkeiten selbst zu erhalten. In der Vorstellung, dass das Gehirn wie ein Muskel trai­niert werden könne, greifen sie oft auf verschiedene Formen des sogenannten Gehirn­joggings zurück. Bei kognitiv gesunden oder nur leicht beeinträchtigten älteren Leuten scheint solch ein Training die kognitiven Fähigkeiten zu stärken. Wir groß der Nutzen solcher Maßnahmen für Demenzpatienten ist, wurde auch bereits in einigen Studien untersucht.

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In der vorliegenden Arbeit erstellten die Autoren eine Übersichtsanalyse, die insgesamt 31 solcher Studien berücksichtigte, darunter auch kontrollierte randomisierte Studien. Neben den Effekten auf die kognitiven Fähigkeiten analysierten die Wissenschaftler auch die Folgen für das psychische Wohlergehen, die Lebensqualität und Aktivitäten des täglichen Lebens.

In 24 Studien konnten die Wissenschaftler durchaus positive Effekte auf das globale Erinnerungsvermögen und die Bewältigung der geübten Aufgaben feststellen. In Bezug auf die Alltagsfunktion verbesserten sich die Probanden jedoch in der Regel nicht. Auch andere kognitive Funktionen konnten die Patienten durch das Training nicht beein­flussen. 

Ein Problem vieler Studien ist laut den Forschern die häufig nur kurze Beobachtungszeit und unterschiedliche Methodiken, welche die Vergleichbarkeit der Arbeiten erschwerten. Ein weiteres Problem sei die Objektivierung des Trainingserfolgs. Die Wissenschaftler arbeiten daher momentan an einer randomisierten kontrollierten Studie, die all dies berücksichtigen soll. © hil/aerzteblatt.de

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MPeuser
am Montag, 6. März 2017, 18:46

Alzheimer hat eine Ursache

Wann wird die Medizin endlich begreifen dass mein Lehrsatz, den ich im Juli 2014 veröffentlichte (ALZHEIMER MUSS NICHT SEIN ISBN 978-3-00-047051-6) und der im Februar 2015 von den Neurowissenschaftlern der Universität Lausanne/Schweiz, als die einzig wahre Lehre zum Thema Alzheimer erklärt wurde, richtig ist und die alten Lehren dadurch sinnlos wurden.
"Alzheimer ist ein umgekehrter Krebs!"
Wenn eine der 75 Billionen Zellen nicht genügend Sauerstoff bekommt, dann geht diese Zelle in die Zellgärung über und die Zellgärung erzeugt mehr Energie als die normale Sauerstoffversorgung, so dass sich dann diese Zelle vermehrt vermehren kann und das ist Krebs. Gehirnzellen können sich nicht vermehren. Diese sterben bei Sauerstoffmangel ab. Dadurch entstehen Löcher wie in einer Festplatte im Computer und die Memoria geht flöten.
Also wir müssen uns im Alzheimer- + auch im Krebsfall zuerst um unsere Kapillaren kümmern. Diese sind der Hauptentscheidungsträger unserer Gesundheit, umfassen 150.000 km und sind mit 3 Litern unser wichtigstes Organ in unserem Körper, da dort der Metabolismus abläuft.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien
moeuser@hotmail.com

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