NewsÄrzteschaftKV Niedersachsen lehnt Modellvorhaben für Heilmittel­verordnungen ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KV Niedersachsen lehnt Modellvorhaben für Heilmittel­verordnungen ab

Montag, 6. März 2017

Hannover – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nieder­sachsen hat neue Regelungen im sogenannten Heil- und Hilfsmittelgesetz scharf kritisiert, die der Gesetzgeber Mitte Februar beschlossen hat.

Den Delegierten geht es dabei um die mit dem Gesetz angestoßenen Modellprojekte zur Verordnung von Heilmitteln. Der Arzt verordnet dem­nach weiterhin die Leistung, allerdings bestimmt der Thera­peut Auswahl und Dauer der Therapie sowie die Häufig­keit der Behandlungseinheiten. Die Krankenkassen werden verpflichtet, mit den Verbän­den der Heilmittelerbringer Verträge über solche Modellvorhaben abzuschlie­ßen. In jedem Bundesland soll es ein Modellvorhaben geben.

„Eine Blankoverordnung von Heilmitteln in der Eigenverantwortung der nicht akade­mi­schen Hilfsberufe der Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten ist sach­widrig, qualitätsmindernd und sozialpolitisch fehlsteuernd“, heißt es in einem mehr­heitlich verabschiedeten Antrag.

Anzeige

In dem Gesetzentwurf sei die Ausgestaltung der Modellversuche durch die Kostenträger unter Ausschluss der ärztlichen Selbstver­wal­tung „völlig inakzeptabel“ geregelt. „Eine fatale Kosten- und Mengenausweitung ist ebenso zu erwarten wie eine qualitative Verschlechterung der Patientenversorgung“, heißt es in dem Beschluss der Vertreter­versammlung.

Auch Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten die Regelungen im Gesetzgebungsverfahren kritisiert und auf mehr Mitsprache der Ärzte­schaft gedrängt. Dem Arzt müsse es möglich sein, einzelne Heilmittel als kontra­indiziert ausschließen zu können, forderten BÄK und KBV. Letztere forderte zudem, dass die Therapeuten verpflichtet werden sollten, den Ärzten eine Rückmeldung zu geben – zum Beispiel, ob und welche Abweichungen von der Verordnung erfolgt seien und welche Therapie stattgefunden habe. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. November 2018
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will auf bestehende Probleme bei Ausschreibungen von Heil- und Hilfsmitteln reagieren. An das Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) soll ein
Korrekturen bei Heil- und Hilfsmittelausschreibungen geplant
28. November 2018
Berlin – Im März hatte das Bundesversicherungsamt (BVA) als Aufsichtsbehörde die Barmer und die DAK-Gesundheit per Bescheid verpflichtet, ihre geplanten Ausschreibung zu Atemtherapiegeräten und zur
Gerichtsentscheidungen zeigen Lücken bei Ausschreibungen im Heil- und Hilfsmittelgesetz
21. November 2018
Karlsruhe – Private Kran­ken­ver­siche­rungen müssen Patienten auch die Kosten für notwendige Wartungen medizinischer Hilfsmittel wie etwa Prothesen oder Hörgeräte erstatten. Die je nach Tarif gegebene
Kran­ken­ver­siche­rung muss Prothesen-Wartung bezahlen
5. Oktober 2018
Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 3,7 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
Mehr Geld für Arznei- und Heilmittel
28. September 2018
Berlin – Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat sich bei Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) dafür eingesetzt, Patienten den Direktzugang zum Heilmittelerbringer zu ermöglichen.
Heilmittelerbringer fordern Direktzugang des Patienten
18. September 2018
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will offenbar auch bei der Heil- und Hilfsmittelversorgung ein Gesetzgebungsverfahren starten. Dazu gehört auch eine Neuordnung in der Physiotherapie,
Ge­sund­heits­mi­nis­terium: Blankoverordnung soll bis März 2020 kommen
26. Juli 2018
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) ist mit seinem Beschluss zur Definition von Verbandmitteln und „sonstigen Produkten zur Wundbehandlung“ übers Ziel hinausgeschossen. Das
LNS
NEWSLETTER