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Medizin

Doxycyclin lindert bullöses Pemphigoid

Dienstag, 7. März 2017

Nottingham – Eine orale Behandlung mit Doxycyclin ist beim bullösen Pemphigoid, einer lebensgefährlichen blasenbildenden Autoimmunerkrankung der Haut, eine beliebte Alternative zur hochdosierten Prednisolon-Gabe. In einer britisch-deutschen rando­mi­sierten Studie im Lancet (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)30560-3) erzielte das Antibiotikum zwar eine schwächere Wirkung als das Steroid, es kam aber seltener zu schweren Komplikationen.

Das bullöse Pemphigoid ist die häufigste Variante des Pemphigus. Ursache der Blasen­bildung auf der Haut sind Antikörper gegen Proteine in den Hemidesmosomen, die die Epidermis mit der darunter liegenden Basalmembran verankern. Die Erkrankung tritt im höheren Lebensalter auf und erhöht die Sterblichkeit der Patienten beträchtlich. Die empfohlene Therapie besteht in der systemischen Gabe von Steroiden, da sich die topische Behandlung der gesamten Körperoberfläche mit hochpotenten Clobetasol oft als unpraktisch erweist.

Viele Dermatologen behandeln ihre Patienten mit Doxycyclin, da das Tetrazyklin auch bei anderen Hauterkrankungen eine gute antientzündliche Wirkung erzielt. Die BLISTER-Studie („Bullous Pemphigoid Steroids and Tetracyclines“) hat erstmals in einer vergleichenden Studie die Wirksamkeit dieser Behandlung genauer untersucht. 

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An 54 britischen und sieben deutschen Krankenhäusern wurden 253 Patienten auf eine Behandlung mit Doxycyclin (200 mg/die) oder Prednisolon (0,5 mg/kg/die) randomisiert. Eine zusätzliche topische Behandlung der Blasen war erlaubt. Primärer Endpunkt war eine weitgehende Abheilung der Haut nach sechs Wochen mit weniger als drei Blasen. Dies schafften nach den Informationen von Hywel Williams, Universität Nottingham und Mitarbeiter in der modifizierten Intention-to-treat-Analyse unter der Prednisolon-Behand­lung 92 von 101 Patienten (91 Prozent) gegenüber 83 von 112 Patienten (74 Prozent) in der Doxycyclin-Gruppe. Der Unterschied von 18,6 Prozent in der adjustierten Analyse war mit einem 90-Prozent-Konfidenzintervall von 11,1 bis 26,1 Prozent signifikant.

Dass das Antibiotikum eine schlechtere Wirkung erzielen würde als das Steroid, war erwartet worden. In einer Umfrage hatten britische Dermatologen jedoch gesagt, dass sie eine um 25 Prozent schwächere Wirkung akzeptieren würden, wenn es zu 20 Pro­zent seltener zu schweren Komplikationen kommt. 

Diese zweite Bedingung wurde ebenfalls erfüllt: Unter der Therapie mit Doxycyclin kam es im ersten Jahr bei 22 von 121 Patienten (18 Prozent) zu einem schweren uner­wünsch­ten Ereignis gegenüber 41 von 113 Patienten (36 Prozent) in der Prednisolon-Gruppe. Die adjustierte Differenz von 19,0 Prozent war mit einem 95-Prozent-Konfi­denzintervall von 7,9 bis 30,1 Prozent signifikant. Ein wichtiges Argument für die Doxycyclin-Therapie dürfte die geringere Zahl von Todesfällen sein (elf versus drei in der Prednisolon-Gruppe).

Das Fazit fällt für Williams deshalb positiv aus, auch wenn die Ergebnisse der Behand­lung des bullösen Pemphigoids in vielen Fällen nicht befriedigend sind und die Erkran­kung weiterhin mit einem hohen Sterberisiko verbunden ist, das in der deutschen Leit­linie mit bis zu 30 Prozent innerhalb eines Jahres angegeben wird. © rme/aerzteblatt.de

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