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Medizinischer Fakultätentag begrüßt konsequentes Vorgehen gegen wissenschafliche Plagiate

Dienstag, 7. März 2017

Berlin – Nach der Aberkennung von acht medizinischen Doktortiteln durch die Universi­tät Münster hat der Medizinische Fakultätentag (MFT) das Vorgehen der Fakultät gelobt und gleichzeitig die Bedeutung qualitätsgesicherter Promotionen betont. „Wir begrüßen den Beschluss der medizinischen Fakultät Münster, die Doktorwürde bei den nachge­wie­senen Verstößen abzuerkennen“, betonte MFT-Generalsekretär Frank Wissing. Ein derartiges Verhalten habe mit Wissenschaft nichts zu tun und müsse daher Folgen haben. Es schade auch dem Ansehen des Fachs. 

Der MFT betonte, das Bewusstsein für wissenschaftliches Arbeiten und gute wissen­schaftliche Praxis müsse bereits im Studium geschaffen werden. „Dabei ist vor allem die intensive Betreuung von Doktoranden wichtig – eine Maßnahme, die auch in Münster inzwischen umgesetzt wird“, hieß es aus dem MFT.

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Die Internetplattform Vroni-Plag hatte die Westfälische Wilhelms-Universität Münster vor knapp drei Jahren mit einer Häufung von Verdachtsfällen konfrontiert. Neben dem Ent­zug von acht Doktortiteln gab es in 14 weiteren Fällen eine Rüge für Mängel bei der wissenschaftlichen Ar­beit. Einem Betreuer von Doktorarbeiten wurden zudem nach dem Nachweis von zwei Pla­giatsfällen Finanz- und Personalmittel bis auf die Grundausstat­tung gestrichen.

Eine „umfassende Kultur der Redlichkeit und Qualität an wissenschaftlichen Einrichtun­gen“ hat der Wissenschaftsrat schon 2015 gefordert . Diese „Haltung der Integrität“ werde von bestimmten Rahmenbedingungen beeinflusst. Dazu zählten vor allem die Vermittlung guter wissen­schaftlicher Praxis vom Beginn des Studiums an, gute Beratung und Aufklärungs­strukturen in Konfliktfällen sowie eine stärkere Ausrichtung auf Qualität als auf Quantität in der gesamten Forschungs- und Publikationspraxis, so der Wissen­schaftsrat. © hil/aerzteblatt.de

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