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Politik

Führungspositionen in der Klinik weiterhin Männerdomäne

Mittwoch, 8. März 2017

Berlin – Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte nähert sich der 50-Prozent-Marke, im Jahr 1991 lag er noch bei rund einem Drittel. „Wie ihre männ­lichen Kollegen fordern Ärztinnen bessere Arbeitsbedingungen in Praxen und Kranken­häusern, die flexible Arbeitszeiten und auch Teilzeitbeschäftigung ermöglichen“, sagte Susanne Johna, Bundesvorstandsmitglied des Marburger Bundes, zum heutigen Weltfrauentag. Diese Forderung sei nichts typisch Weibliches, sondern der völlig berechtigte Anspruch einer jüngeren Generation von Ärzten, für den beruflichen Erfolg nicht das Privatleben opfern zu müssen. „Wer hier zu spät kommt, den bestraft über kurz oder lang das Leben mit offenen Stellen und schlechten Bewertungen im Internet“, warnte Johna.

Laut dem Deutschen Ärztinnenbund sind Frauen in Führungspositionen im Gesund­heits­wesen weiterhin unterrepräsentiert. Während der Frauenanteil im Studium je nach Fakultät bei bis zu 70 Prozent liege, sei der Anteil der Oberärztinnen in den Universitätskliniken bei 31 Prozent. Chefärztinnen an Unikliniken gebe es nur rund zehn Prozent.

Auf die geschlechterspezifischen gesundheitlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse hat anlässlich des Weltfrauentages das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hin­gewiesen. „Der Blick für die Unterschiede in der Prävention, Gesundheitsförderung und -versorgung bei Frauen und Männern hat sich in den letzten Jahren deutlich geschärft“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU).

Er kündigte an, das BMG werde das Robert-Koch-Institut mit einem Frauengesund­heitsbericht beauftragen. „Damit sorgen wir für aktuelle Zahlen, Daten und Fakten, damit die Gesundheits­versorgung von Frauen weiter verbessert werden kann. Das ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Gesundheit von Frauen und Mädchen“, sagte Gröhe. Der Bericht soll Anfang 2019 vorliegen. © hil/aerzteblatt.de

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