Politik

Präzise Personalvorgaben für Kliniken könnten Ärztemangel quantifizieren

Mittwoch, 8. März 2017

Köln – Den vom Marburger Bund (MB) Bundesverband und dem Hartmannbund erhobenen Forderungen nach einer gesetzlichen Personalquote für den ärztlichen Dienst hat sich der Landesverband Nordrhein-Westfalen (NRW)/Rheinland-Pfalz (RLP) des MB angeschlossen. Gleichzeitig brachte der Landesverband einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein: „Seit Jahren sind in NRW und RLP über 2.000 Arztstellen in den gut 450 Kliniken nicht besetzt. Ärztlicher Nachwuchs fehlt allerorts, nicht nur in Kliniken“, so die beiden Vorsitzenden des Landesverbandes, Hans-Albert Gehle und Michael Krakau. Die Düsseldorfer Landesregierung bestreite aber, dass es überhaupt einen Ärztemangel in NRW gebe. „Mit präzisen Personalvorgaben auch für Ärzte ließe sich endlich sehr genau feststellen, wie hoch der Ärztemangel in NRW und RLP tatsächlich ist“, so ihr Argument.

Koalition einigt sich auf Personalvorgaben für den Pflegedienst

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat heute zusammen mit Gesundheitsexperten der großen Koalition und der Länder Schlussfolgerungen aus den Beratungen der Expertenkommission „Pflegepersonal im Krankenhaus“ vorgelegt. Der zentrale Punkt ist: In Krankenhausbereichen, in denen dies aus Gründen der Patientensicherheit besonders notwendig ist, sollen künftig Pflegepersonal-Untergrenzen fest­gelegt werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte gestern zusammen mit Gesund­heitsexperten der großen Koalition und der Länder Pflegepersonal-Unter­grenzen für Krankenhausbereiche angekündigt, in denen dies aus Gründen der Patienten­sicherheit besonders notwendig sei. Der Marburger Bund (MB) und der Hartmannbund begrüßten die Personalvorgaben für die Pflege und forderten dies auch für den ärztlichen Dienst.

Anzeige

„Egal welche Partei in NRW die neue Landesregierung nach der Wahl im Mai stellen wird, eine neue Landesregierung muss die medizinische Versorgung der Zukunft ernster als die bisherige Regierung nehmen“, fordern die beiden MB-Landesverbands-Vorsit­zen­den mit Hinblick auf NRW. Außerdem müsse die neue Landesregierung „die Ära der chro­nischen Unterfinanzierung der Investitionen in unseren Krankenhäusern“ beenden. „Da die Ländermittel fehlen, sind die Kliniken gezwungen, Personalkosten zu sparen“, kritisieren Gehle und Krakau. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.03.17
Berlin/Mainz – Die Kassenärzte in Rheinland-Pfalz wollen für Patienten wieder eine Gebühr für Arztbesuche einführen. „Wir sollten über eine sozial abgefederte prozentuale Zuzahlung bei jedem......
24.03.17
Köln – Der Landesverband Nordrhein des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die von CDU und FDP geplante „Verwässerung des Nichtraucherschutzes“ in Nordrhein-Westfalen kritisiert.......
23.03.17
Kassen und Krankenhäuser streiten über Personalvorgaben in der Pflege
Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat angekündigt, den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) noch vor der Bundestagswahl mit der Festlegung von Pflegepersonalvorgaben im Krankenhaus......
23.03.17
Berlin – Eine IT-Infrastruktur für die sektorenübergreifende und interdisziplinäre Versorgung hat die nordrhein-westfälische Landesregierung mit dem Projekt I/E-Health gestartet (www.ie-health.nrw).......
21.03.17
In der ambulanten Pflege sind zu 87 Prozent Frauen beschäftigt
Berlin – Pflege ist ein Teilzeit- und Frauenjob. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann beklagte dementsprechend einen überproportional starken Zuwachs an Teilzeitstellen in der ambulanten......
21.03.17
München – Mit dem Austritt der Briten aus der EU fürchten Chirurgen einen zunehmenden Ärztemangel auf der Insel. Umfragen zeigten, dass viele Ärzte aus anderen europäischen Ländern erwögen, nach dem......
21.03.17
Leipzig – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige