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Vermischtes

Übergewicht ist bedeutender Risikofaktor für Nierenschäden

Donnerstag, 9. März 2017

Berlin – Übergewicht mit einem Body-Mass-Index über 25 ist nicht nur ein Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen, sondern kann auch Nierenschäden auslösen. „Seit Langem ist bereits ein indirekter Zusammenhang bekannt: Übergewichtige Menschen leiden oft unter Bluthochdruck – und der schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren“, erklärte die Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) zum heutigen Welt­nierentag.

Aber Übergewicht schade dem Nierengewebe auch direkt: Das Fettgewebe sondert laut der Fachgesellschaft verschiedene Peptidhormone wie Adiponectin, Leptin und Resistin ab, die zu Inflammation und oxidativem Stress führen, den Fettstoffwechsel negativ be­ein­flussen und erhöhte Insulinspiegel, oft auch eine Insulinresistenz, nach sich ziehen. Diese Mechanismen können Glomerulopathien auslösen und in der Folge zu einer Abnahme der Nierenfunktion führen.

Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Glomerulopathien habe sich seit 1986 verzehnfacht. „Um keine Explosion der Dialysezahlen zu erleben, müssen wir unsere Präventionsbemühungen weiter verstärken“, fordert daher der Präsident der DGfN, Mark Dominik Alscher.

Krankenkassen wie die Barmer rechnen in den kommenden Jahren mit einem Anstieg an Nierenerkrankungen. „Wir empfehlen unseren Versicherten, Vorsorgeuntersuchun­gen wahrzunehmen, damit gesundheitliche Risiken möglichst früh erkannt werden. Männer nehmen diese Vorsorgeuntersuchungen zu selten in Anspruch“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg.

Auf Nierenschäden als Folge eines gestörten Blutzuckerstoffwechsels hat diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltnierentags hingewiesen. „Bei einer diabe­tischen Nephropathie kommt es durch hohen Zuckergehalt im Blut und hohen Blutdruck zu einer Schädigung der feinen Blutgefäße in den Nieren“, erläutert Jens Kröger, Vor­stands­vorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg-Bergedorf.

Nierenkrankheiten seien bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes nach Amputationen die zweithäufigste Komplikation. In Deutschland bildeten sie die größte Gruppe der Patienten, die eine Nierenersatztherapie benötigten. Gegenwärtig seien etwa 20.000 Menschen mit Diabetes davon betroffen. „Nierenerkran­kungen werden bei ihnen heute noch zu spät diagnostiziert und in ihrer Bedeutung unterschätzt“, warnt Kröger. © hil/aerzteblatt.de

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