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Medizin

Obst und Gemüse senken das COPD-Risiko

Freitag, 10. März 2017

Tomate – Gemüse hilft gegen COPD
/dpa

Warschau – Jede tägliche Portion Obst oder Gemüse senkt bei ehemaligen und aktu­ellen Rauchern das Risiko, eine COPD zu entwickeln. In Thorax berichten Forscher um Joanna Kaluza an der Naturwissenschaftlichen Universität Warschau entsprechende Ergebnisse (2017; doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851).

Laut der Welt­gesund­heits­organi­sation ist die COPD auf dem Weg, die dritthäufigste Todesursache weltweit zu werden. In den modernen Industrienationen werden rund 80 bis 90 Prozent aller Fälle durch das Rauchen verursacht. In Entwicklungsländern spielt auch die massive Luftverschmutzung eine bedeutende Rolle. Seltener sind rezidivieren­de Infektionen, Entzündungen oder ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel verantwortlich. 
Nicht jeder Raucher ist in der Lage, auf Zigaretten zu verzichten. Maßnahmen, die das COPD-Risiko dennoch senken, wären für diese Zielgruppe durchaus interessant. 

Um zu untersuchen, ob möglicherweise die Ernährung einen Einfluss auf das COPD-Risiko nimmt, analysierten die Forscher die Daten von 44.000 schwedischen Männern, die zwischen 1918 und 1952 geboren wurden. Die Beobachtungszeit reichte von 1997 bis 2012. Die Wissenschaftler erfassten neben der Ernährung die Rauchgewohnheiten, die sportliche Aktivität, Alkoholkonsum und Bildung.

1.918 neue Fällen von COPD registrierte die Arbeitsgruppe während der Beobach­tungsperiode. Bei aktuellen und ehemaligen Rauchern betrugen die jährliche Inzidenz 1.166 und 506 pro 100.000 Probanden, wenn sie höchstens zwei Portionen Obst und Gemüse täglich aßen. Wenn die Teilnehmer jedoch mehr als fünf Portionen täglich verzehrten, lag die jährliche Inzidenz bei 546 und 255 pro 100.000 Probanden. Die Forscher errechneten eine Risikoreduktion von vier bis acht Prozent für jede zusätz­liche tägliche Portion Obst und Gemüse. Die wirksamsten Lebensmittel waren hierbei Paprika, Äpfel, Birnen und grünes Blattgemüse. Bananen, Beeren, Zitrusfrüchten, grüne Bohnen oder Wurzelgemüse zeigten hingegen eine geringere Effektivität. 

Die Forscher gehen davon aus, dass sekundäre Pflanzenstoffe und antioxidativ wirk­same Substanzen die pathologische Entzündunsgreaktionen bei einer COPD dämpfen und so das Erkrankungsrisiko senken. Zwar sei ein kausaler Zusammenhang bei einer epidemiologischen Studie nicht zweifelsfrei zu belegen, jedoch sollten Ärzte ihre rau­chen­den Patienten zu einer gesunden Ernährung ermutigen, so die Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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